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Grüßt du noch oder flüchtest du schon: Die Hallo-Sager und Gruß-Vermeider

Unsere Autorin hat sich unter ihren Kommilitonen und Kommilitoninnen mal zum Thema Grüßen umgehört. Dabei sind ihr ein paar verschiedene Typen der Hallo-Sager und Gruß-Vermeider aufgefallen.

Hallo an alle Lesenden! Wie bitte? Ja, richtig, das war ein Hallo.      
Anonym ist das definitiv leichter, als im alltäglichen Unileben. Dabei sollte das doch eigentlich kein Problem sein. Wie dem auch sei, ich selbst bin mir nicht immer sicher, ob ich grüßen sollte, oder das überhaupt will. Und wie sich herausstellt, bin ich damit nicht allein. Ganz im Gegenteil, es ist sogar möglich Typen von Hallo-Sagern und Gruß-Vermeidern zu unterscheiden.

Die Flüsternden         

Gelegentlich hat man es einfach eilig. Natürlich nur selten, denn Studierende sind ja zeitlich unglaublich gut strukturiert und müssen so gut wie nie zu irgendwelchen Gebäuden der Universität hetzen. Aber sollte es zu solch einer Ausnahme kommen, kennt ihr bestimmt das Auf-Den-Boden- Starren und das Auf-Die-Schritte Konzentrieren.

Wer sich mittels Kopfhörer gerade die Ohren volldröhnt, umgeht das Grüßen möglicher Bekannter, aber ohne den akustischen Schutzwall kommt es gelegentlich zu Überraschungen.

Plötzlich, ganz dicht neben euch, steht da diese Person, die entweder in einem Seminar mit euch saß oder bei der Einführungsveranstaltung von vor hundert Jahren mit euch über das Unigelände schlenderte. Und weil er/sie diese Verwirrung in euren Augen erkennt, bringt er/sie nur ein leises Hallo hervor.  
Aber das geht ihm/ihr nicht nur bei euch so, sondern irgendwie immer. Denn die Flüsternden sind einerseits schüchtern, andererseits einfach unglaublich gut im Gesichter – und Namenmerken. Ihr Gesetz der Höflichkeit gebietet ihnen zu grüßen, selbst wenn sie sich damit unwohl fühlen.  

Die Kann-euch-nicht-hörenden

Wie bereits angedeutet, gibt es eine Möglichkeit, sich gegen das mündliche Grüßen zu wehren: Kopfhörer. Sie werden eigentlich benutzt, um dem vermeintlich guten Musikgeschmack jederzeit und überall nachzukommen. Aber nicht jeder nutzt sie nur zum Musikhören, das ist hier eher ein angenehmer Nebeneffekt.   

Vielleicht erkennt sich der/die ein/e oder andere wieder: Ihr habt Kopfhörer in oder auf den Ohren, und deswegen könnt ihr ja nicht hören, wenn euch jemand ein Moin hinterher brüllt. Somit seid ihr aus dem Schneider und müsst nicht unnötig sozial aktiv werden. Sollte die Musikquelle keinen Akku mehr haben, ist das egal, denn das weiß ja niemand, außer euch. Also Kopfhörer drin lassen und so tun, als könntet ihr nichts hören.

Blickkontaktler

Kennt ihr dieses Gefühl, von auf euch lastenden Blicken? Gelegentlich hat man aus unerklärlichen Gründen dann Gänsehaut im Nacken. Nachdem Umdrehen wird euch plötzlich klar: Die Person, die gerade versucht euren Blick zu finden, scheint euch zu kennen. Ganz eindeutig, sie nickt und lächelt… bewegt sie da gerade stumm ihre Lippen zu einem Hi?    
Das sind sie, die Blickkontacktler.
Oft sind sie besser im Gesichtererkennen als ihr selbst. Hier helfen dann auch keine Kopfhörer mehr. Selbst wenn ihr sie am Eingang zum Edelka bewusst übersehen habt, spätestens jetzt habt auch ihr das Bedürfnis irgendwie kopfnickend zu grüßen… Es gehört sich eben so.

Die Tunnelblickmenschen  

Zur Verteidigung dieser Sorte Grußvermeider muss betont werden, dass sie nicht bewusst ignorieren!
Schämt euch also nicht, wenn ihr zu dieser Sorte gehört. Ihr seid einfach zu tief in euren Gedanken versunken und plant vermutlich schon die nächste Mahlzeit. Da kann es schnell passieren, dass ihr an anstarrenden, zuflüsternden oder lauthals hinterher brüllenden Leuten vorbei geht, ohne irgendetwas davon zu merken.        
Vielleicht gehört ihr auch der Kategorie kurzsichtiger Menschen an, die ohne Brille noch nicht blind sind und sie deswegen gerne des Öfteren vergessen. Das einzige, was verschwimmt, sind Gesichter und Schriftzüge und letzteres versucht ihr immer wieder zu entziffern. Das verlangt viel Konzentration ab, da kann man schon mal schnell an Freunden und Freundinnen vorbei rennen, selbst wenn sie vor einem stehen.

Die Peinlichkeitsffaktorhochhundertgrüßer:

Sie schreckt nichts ab. Ihr wollt sie nicht sehen oder ihr könnt sie nicht sehen? Ihnen egal. Hier wird in der Mensa über Tische hinweg geschrien und sich begrüßt. Da gibt es für niemanden ein Entrinnen. Aber das ist gut so, denn machen wir uns nichts vor, zu diesen Grüßern gehören nur eure engsten Freunde.
Ob ihr Musik im Ohr habt, auf den Boden starrt oder eigentlich schon ungewollt an ihnen vorbei gelaufen seid, sie springen nach, schütteln euch, verpassen euch einen Klaps auf den Hintern vor eurem Schwarm und hauen noch merkwürdige Begrüßungsfloskeln raus.
Danke für nichts, ich liebe dich trotzdem ist in der Regel das erste, was ihr nach dieser Begrüßung denkt.

Konntet ihr euch wiederentdecken? Hat sich euer Grußverhalten vielleicht erst durch das Studieren an der Uni Rostock verändert?

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