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Kommt ein Berliner nach Rostock – und fühlt sich wohl

„Frische Luft, frischer Fisch, frisch verliebt“, so in etwa beschreibe ich Rostock, wenn mich jemand danach fragt, wie mir die Stadt gefällt. Vor zwei Jahren bin ich aus Berlin weggezogen, um hier an der Küste mein Studium zu beginnen. Wie ich die Stadt mitsamt ihren Eigenheiten bis jetzt erlebt habe, möchte ich in den folgenden Absätzen darstellen.

Warum Rostock?

Das wurde ich oft gefragt. Sehr oft. Was mich bewegt hat, von Berlin nach Rostock zu ziehen? Nun, zunächst einmal die Familie. Schon seit ich denken kann sind wir im Sommer immer an die Ostsee gefahren. Das prägt ungemein. Schon früh habe ich mich an den Strand gewöhnt, mit den Menschen, die hinter ihrem Windschutz liegen, weil ihnen sonst der Sand in das Gesicht bläst. An die Algen, die im flachen Wasser schwimmen, die Quallen, die ich als kleines Kind zu Schnitzeln paniert habe und an den Eis- und Hot-Dog-Wagen, dessen Klingel mich aus meinem alltäglichen Mittagsnickerchen gerissen hat.

Doch meine Familie hat meine Entscheidung nach Rostock zu ziehen nicht nur indirekt beeinflusst. Meinen Bruder verschlug es vor einigen Jahren in die Hansestadt, aus den gleichen Gründen wie mich heute. Er schwärmte mir damals vor, wie gut Freibier an einem Dienstag schmecken kann, welche Vorteile zwei Drinks zum Preis von einem mittwochs haben können und welche Lebensqualität eine Mensa bietet, die bereits mit dem „Goldenen Tablett“ ausgezeichnet wurde. Er erzählte mir von kurzen Wegen zur Universität und in die Stadt, von Beachvolleyball und Badespaß am Warnemünder Strand und vom Grillen am Stadthafen bei Sonnenuntergang.

Als dann in seiner WG ein Platz für mich frei wurde und ich mir somit die Sorgen und Unannehmlichkeiten der Wohnungssuche ersparen konnte, fällte ich endgültig die Entscheidung nach Rostock zu ziehen.

Bereue ich diesen Entschluss heute?

Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig: nein! Ich habe Rostock in mein Herz geschlossen und bilde mir ein, es gäbe keine bessere Stadt zum Studieren. Wer schon einmal woanders gelebt hat, der mag das vielleicht nicht so sehen, aber wenn ich an meine Heimatstadt Berlin denke, kommt mir das Studentenleben hier doch sehr viel angenehmer vor. In Berlin ist es nicht unüblich, dass der Weg zur Uni gut und gerne einmal 40 Minuten oder mehr beträgt, fragt mal Leni Rabbel. Hier laufe ich fünf und wenn ich diese Zeit morgens nicht mehr zur Verfügung habe, bis die erste Veranstaltung beginnt (was nicht gerade selten vorkommt), dann schwinge ich mich auf mein Rad. Bestzeit: 43 Sekunden von Tür zu Fahrradständer.

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but still: no place like home ⚓️

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Möchte ich mich mit Freunden treffen, dann benötige ich meist nur einen Wimpernschlag und stehe vor deren Wohnung. Habe ich Hunger, dann stehen mir die Türen sämtlicher Supermärkte, Dönerbuden und Pizzalieferanten offen, denn im näheren Umkreis gibt es mehr als genug davon. Hafen und Wasser sind nicht weit, die Innenstadt im Grunde nur einen Katzensprung entfernt und selbst zum Sport fahre ich nicht mehr als zehn Minuten. Einziger Knackpunkt der guten Lage: Der Weg von den Clubs nach Hause reicht nicht aus, um auszunüchtern.

Fazit

Dass auch in Rostock nicht alles perfekt ist und ich Glück hatte mit meiner Wohnung und ihrer vorzüglichen Lage, das kann ich nicht abstreiten. Wer deutlich außerhalb der Innenstadt wohnt, der wird sich des Öfteren mit langen Wegen oder selten fahrenden Fledermäusen konfrontiert sehen. Auch der Tatsache, dass andere Städte ebenfalls viele Vorzüge haben, bin ich mir durchaus bewusst. Dass Berlin im Trend ist, viel zu bieten hat und ich irgendwann auch wieder dahin zurück möchte, steht für mich außer Frage.

Für meinen jetzigen Lebensabschnitt ist Rostock jedoch genau der richtige Fleck. Nicht zu groß und nicht zu klein. Nicht zu weit entfernt von meiner Heimat (die Flixbusanbindung ist super, eine neue Bahnverbindung in Planung), aber auch nicht so nah, dass meine Eltern mir einen spontanen Besuch abstatten können und meine nicht geputzte Wohnung sehen (Nicht, dass ich mich nicht über euren Besuch freuen würde!). Nach Rostock kommen große Künstler, es gibt gute Bars und man versteht die Menschen hier, wenn sie mit einem reden.

Alles in allem ist die Stadt also einfach extrem lebenswert. Oder seht ihr das anders?

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