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BAföG beantragen in Rostock: Alles was ihr wissen müsst

Im letzten Jahr sind nach Angaben des Amts für Ausbildungsförderung 5.783 BAföG-Anträge im Studierendenwerk Rostock-Wismar eingegangen. Das scheint zunächst eine hohe Anzahl zu sein. Wirft man aber einen Blick auf die Zahl der Studierenden in Rostock und Wismar*, wundert man sich doch, weshalb nicht viel mehr Anträge vorliegen.

Einer der Gründe für die Scheu, einen BAföG-Antrag zu stellen, sind sicherlich die vielen Vorurteile, die sich gerade unter Studienanfängern wild verbreiten. Dass es sich dabei oft um Mythen handelt, ist nicht jedem klar. Deswegen möchten wir den Vorurteilen den Kampf ansagen und mehr Leute dazu motivieren, sich dem Antrag zu stellen!

*Universität Rostock: 13.323, Hochschule Wismar: 7.979/ Angaben jeweils aus dem Wintersemester 2018/19, dazu kommen noch die Studierenden der Hochschule für Musik und Theater

(1) Der Aufwand lohnt sich nicht

Dem können wir nur widersprechen. Der Aufwand lohnt sich nämlich ungemein, vor allem nach der BAföG-Reform, die am 01. August 2019 in Kraft getreten ist. Demnach wird es ab dem Wintersemester 2019/20 folgende Änderungen geben:

– Anhebung des Grundbedarfs von 399€ auf 419€
– Anhebung des Wohnzuschlags von 250€ auf 325€
– Anhebung der Freibeträge für das Elterneinkommen um 7% (bis 2021 soll es weitere Anhebungen geben)
– Anhebung des Kinderbetreuungszuschlags von 130€ auf 140€
– Anpassung der Rückzahlungsmodalität
– Das eigene Vermögen bleibt bis 7.500€ anrechnungsfrei, ab dem Wintersemester 2020/21 soll der Freibetrag auf 8.200€ steigen


**Exkurs**

Eine Überarbeitung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) war dringend nötig, nachdem die Förderquote des Studierendenwerks Rostock-Wismar innerhalb von sechs Jahren von 25% auf ca. 19% abgefallen ist. Unter anderem soll ein Studium für finanziell benachteiligte Menschen dadurch überhaupt erst ermöglicht werden, ohne dass vier Nebenjobs, das Privatleben und das Studium hektisch jongliert werden müssen.

„Ein Studium darf nicht am Geldbeutel scheitern – BAföG ist ein wichtiger Beitrag zur Chancengerechtigkeit in der Bildung.“, sagt Kai Hörig, Geschäftsführer des Studierendenwerks Rostock-Wismar, und wir stimmen ihm da vollkommen zu. Deshalb solltet ihr auf jeden Fall einen Antrag stellen und euch euer Studium auf diese Weise erleichtern. Informationen zum BAföG beantragen in Rostock findet ihr weiter unten!


Die Neuerungen bewirken, dass mehr Menschen – beispielsweise durch die Erhöhung der Freibeträge für das Elterneinkommen – Anspruch auf BAföG haben und insgesamt ein höherer BAföG-Satz zur Verfügung steht. Aber auch geringe Förderungsbeträge können sich lohnen. Zum Beispiel sind BAföG-Empfänger nach entsprechendem Nachweis von der Rundfunkgebühr befreit. Das sind über 200€ im Jahr, die für andere Dinge ausgegeben werden können. Dazu kommt, dass auch ein niedriger Betrag vielleicht schon ein paar Stunden weniger Arbeit bedeutet und so mehr Raum für die Freizeitgestaltung oder zum Lernen schafft.

(2) Arbeiten ist sinnvoller BAföG

Die Balance zwischen Zeit und Geld zu finden, ist gerade für Studierende nicht immer einfach.

Manche sind der Auffassung, dass es mehr Sinn ergibt, arbeiten zu gehen statt BAföG zu beziehen. Auch wenn das natürlich eine Sache ist, die jeder für sich selbst abwägen sollte, muss das nicht unbedingt der Fall sein. Denn: Wer neben dem Studium arbeitet, muss auch die Zeit dafür aufbringen. Und umso mehr Geld benötigt wird, desto mehr Stunden müssen auf Arbeit verbracht werden. Es bleibt weniger Zeit für das Studium, sodass es sich ewig in die Länge zieht. Und das ist auf Dauer teuer. Das Beziehen von BAföG kann daher eine enorme Entlastung sein, damit der Fokus wieder mehr auf dem Studium liegt.

(3) Kein Zuverdienst neben dem BAföG

Aufgepasst: Bis zu 450€ dürfen monatlich neben dem BAföG verdient werden. Damit ist nicht nur eine zusätzliche finanzielle Absicherung gewährleistet, sondern auch die Chance, Berufserfahrung zu sammeln. Ohne die Möglichkeit des Zuverdienstes wäre Berufserfahrung nur machbar, wenn man sich auf eine unbezahlte Tätigkeit einlassen würde. Und das wünscht man nicht mal seinem schlimmsten Feind!

(4) Die Eltern verdienen zu viel

Das ist wohl der Klassiker unter den BAföG-Mythen. Entgegen aller Vorurteile gibt es aber gar keine Maximaleinkommensgrenze der Eltern, die einem Studierenden das Recht auf BAföG entziehen könnte. Wichtig sind sogenannte Freibeträge, die für bestimmte Lebensumstände vom Einkommen der Eltern abgezogen werden. Ein Beispiel wären Geschwister, die von den Eltern weiterhin versorgt beziehungsweise finanziell unterstützt werden müssen. In diesem Fall wird ein Freibetrag angerechnet, der dem Antragsteller von Vorteil sein kann.

(5) Schulden nach dem Studium

Nach dem Studium wird niemand im BAföG-Schuldenberg versinken!

Keine Angst vor Schulden! BAföG ist eine absolut faire Finanzierungsmöglichkeit für Studierende. Die Hälfte des BAföGs ist schon mal geschenkt, einfach so! Angenommen euch stehen 200€ zu, dann müsst ihr später also nur 100€ zurückzahlen. Und das erst frühestens fünf Jahr nach Beendigung des Studiums und zinslos. Für die komplette Rückzahlung habt ihr dann ganze zwanzig (!) Jahre Zeit. Wer nachweislich nicht in der finanziellen Lage ist, die Rückzahlung nach dieser Zeit zu vollenden, bekommt die Restschuld erlassen.

Oben drauf kommt noch, dass nur maximal  10.010€ zurückzuzahlen sind, ganz egal ob jemand während des Studiums insgesamt 20.020€ bekommen hat oder 51.000€! Vor überwuchernden Schulden, die ein Leben lang nach US-amerikanischen Vorbild getilgt werden müssen, braucht niemand Angst haben.

(6) Frist verpasst = kein BAföG

BAföG kann zu jedem Zeitpunkt beantragt werden. Allerdings sollte man beachten, dass das Geld erst ab dem Monat der Antragstellung gezahlt wird. Rückwirkende Zahlungen, die über diesen Monat hinaus gehen, gibt es nicht. Wer sich aber an die angegebenen Termine hält, die nur eine Empfehlung des BAföG-Amts sind, hat sein Geld stets pünktlich zum Semesteranfang auf dem Konto.

Wer die Termine überschreitet und den Antrag erst im Oktober stellt, muss damit rechnen, dass er das Geld erst einige Zeit später bekommt und vielleicht ein gewisse Zeit lang Flaute auf dem Konto herrscht. Ist der Antrag dann aber durch, bekommt ihr eine komplette Nachzahlung für den Zeitraum seit der Antragstellung.

(7) Viel zu viel Bürokratie

Beim Erstantrag scheint man in einem unendlichen Zettelchaos zu versinken. Beim nächsten Mal ist es dann aber nur noch halb so schlimm. Wer nicht durchsieht oder sich an manchen Stellen unsicher ist, kann sich immer an das BAföG-Amt des Studierendenwerks wenden. Dort wird einem beim Ausfüllen des Antrags geholfen.

Ein weiterer Tipp ist, den Antrag nicht per Post abzuschicken, sondern direkt im BAföG-Amt abzugeben. Denn so wird der Antrag direkt auf Vollständigkeit geprüft und man bekommt sofort einen Hinweis auf möglicherweise fehlende Unterlagen oder Angaben. Das verkürzt den Bearbeitungsprozess und das Geld ist pünktlich zum Semesterstart da.

Wer Hilfe bei der Antragstellung benötigt, bekommt sie im BAföG-Amt des Studierendenwerks Rostock-Wismar!

(8) BAföG-Rechner sind zu 100% verlässlich

Online-BAföG-Rechner sollten mit Vorsicht genossen werden. Meistens rechnen sie nämlich nur mit pauschalen Beträgen und beziehen nicht alle detaillierten Angaben mit ein, die für die Antragstellung wichtig wären. Nur weil der Computer also sagt, dass jemand kein BAföG bekommt, heißt es nicht, dass es auch wirklich so sein muss!


So viele Mythen, die die Studienfinanzierung für angehende Studierende schwerer machen, als sie eigentlich sein muss. Lasst euch daher nicht eurer Chance auf BAföG berauben und füllt einfach einen Antrag aus. Zu verlieren gibt es nichts, dafür umso mehr zu gewinnen. Schon kleine Beträge können euch das Studium erheblich erleichtern und euch einige Arbeitsstunden ersparen, die ihr dann lieber in euer Studium oder Privatleben investieren könnt.

Mit Hilfe der Mitarbeiter*innen des BAföG-Amts ist das alles auch gar nicht so schlimm und geht viel schneller, da sie eure Fragen direkt beantworten können. Falls ihr eure Chance gleich nutzen möchtet und euer BAföG in Rostock beantragen möchtet, dann kommt doch zum Informationstag des Amts für Ausbildungsförderung des Studierendenwerks Rostock-Wismar. Dort könnt ihr euch genauer über die Neuerungen des BAföGs informieren und direkt euren Antrag mit Unterstützung der Sachbearbeiter*innen ausfüllen und abgeben.


BAföG-Informationstag |Do, 19.09.2019, 9-16 Uhr| Studierendenwerk Rostock-Wismar, St.-Georg-Straße 104-107

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