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Der Traum vom eigenen Unternehmen: Anlaufstelle Co-Working Space Basislager Rostock

Seit dem 7. November 2019 hat Rostock eine neue Anlaufstelle für Startups, Gründer und Freelancer: das Basislager Rostock. In einem Interview verriet uns der Leiter des Co-Workings, Max Jagusch, wie es zu diesem neuen Projekt kam, was es damit auf sich hat und wieso es auch für Studierende ein Ort voller Möglichkeiten ist.

Für einige mag bereits der Begriff Basislager für Verwirrung sorgen, doch die Idee dahinter ist vor allem eine motivierende. Die Bezeichnung ist an das Basislager beim Bergsteigen angelehnt und vom Partnerspace Leipzig etabliert worden. Ein Stützpunkt, von welchem aus man sich neuen Herausforderungen stellen und über sich hinaus wachsen kann. Genau die Grundlage, welche auch das neue Basislager Rostock Startups und Co bieten will.          

The Head of Co-working: Max Jagusch

Max Jagusch – Head of Co-working

Max Jagusch ist der Leiter des Co-workings im Basislager Rostock.         
Noch vor einem Jahr war er selbst Werkstudent in der Abteilung der Digitalen Vermarktung der Ostseezeitung (OZ) und konnte als damalige „Powerpointfee“, wie er sich selbst humorvoll bezeichnet, Einblicke in größere Projekte gewinnen und aktiv an diesen mitwirken. Bereits mit dem Beginn seines Studiums war Jagusch in der Onlineredaktion der OZ tätig. Als klarer Vorteil diente ihm hier seine Auslandserfahrung im Silicon Valley.

Als dann auch noch, kurz vor der Eröffnung des neuen Basislagers in Kiel, die Geschäftsführer der OZ von dort begeistert von einer kleinen Besucherrunde zurück kamen, tauschten sie sich mit Jagusch aus. Mit dem Input aus Kiel und Jaguschs Interesse an Digitalisierung wurde das Projekt Co-working Space ins Leben gerufen und die Leitung von Jagusch übernommen. Ein Projekt, das unabhängig von der OZ läuft.

Was bedeutet Co-Working überhaupt?

Für Jagusch ist klar, dass nur einen Raum mit Stühlen, Tischen und Wi-Fi zu Verfügung zu stellen, nicht mit der Idee des Co- workings gleichzusetzen ist. Für ihn gibt es einen klaren Unterscheid zwischen einem angebotenen Arbeitsraum und der Option kooperierendes Arbeiten zu ermöglichen.

Das Konzept sollte es sein, dass verschiedene Unternehmer beieinander sitzen und sich über diverse Themenfelder austauschen können. Das miteinander Verdrahten und das Sammeln und Austauschen von Erfahrungen ist, was das Basislager Rostock bieten will und kann. Es will ein neues Arbeitsklima schaffen, „eine Mischung aus Business, Büro, Wohnzimmer und Starbucks“. Schließlich richtet es sich vor allem an Freelancer und early-stage Start-ups. Sollten unter euch also bereits Studierende zu finden sein, die eine geschäftliche Idee umgesetzt haben oder dabei sind, aber mögliche Investoren nicht zu sich auf das Sofa oder in ein lautes Café einladen wollen, seid ihr im Co-working Space genau richtig.  Während ihr euch mit anderen Unternehmern gemütlich bei einem Kaffe z.B. über Buchungssysteme austauschen könnt, habt ihr gleichzeitig die Möglichkeit professionelle Präsentationen im Ocean Event Space für eure Investoren zu halten. 

Sein eigenes Kernteam, mit dem Jagusch immer wieder an neuen Ideen arbeitet, sieht er schließlich auch als eine Art Co-working-Team. Er und der Werkstudent Phillip, sowie die Werkstudentin Tamara zeigen eine Eigendynamik auf, hinzu kommen noch die Trainees der Verlagsgesellschaft Madsack. Der Austausch der unterschiedlichen Charaktere und deren Erfahrungsbereiche spiegelt die Idee des Co-workings wider.   

Was das Basislager zu bieten hat

Sieht man zunächst von den 850 m2 Fläche ab, ist neben der 200er Wi-Fi –Leitung der Platz für bis zu 80 Personen, gegebenenfalls auch zehn mehr, sehr reizvoll. Die Büros sind bereits ausgebucht und ab März sind theoretisch zehn Unternehmen fest im Basislager vorzufinden. Das bedeutet also eine größere Community und somit mehr Möglichkeiten für einen Austausch.

Die Räumlichkeiten sind von gemütlich, bis hin zu businessfähig eingerichtet, der Kühlschrank bietet eine bunte Getränkeauswahl und die Küche die Möglichkeit, sich jedrzeit selbstständig zu verpflegen.

Seit Februar finden regelmäßig kleinere interne Interaktionen in Form von Community Breakfast und – Lunch statt. Beide im zweiwöchigen Wechsel, zu denen jeder vorbeikommen kann. In einer entspannten Atmosphäre finden hier das Vernetzen und der Austausch über aktuelle Probleme, sowie das gegenseitige Helfen statt.

In Planung ist auch das regelmäßige Organisieren von Veranstaltungen, die von Wissenserweiterung, über Erfahrungsaustausch, bis hin zum einfach nur mal Kennlernen, also Networking an sich, reichen. Aber in einem anderen Format, als es sonst gang und gäbe ist. So findet heute (26.02.2020) ein After Talk über die Digital: Relaunch statt. Dabei ist Jagusch wichtig, dass hier kein Seminarfeeling aufkommt, sondern auch immer mit einem Augenzwinkern Wissen weitergegeben wird. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich und für jeden frei.

Das Augenzwinkern zeigt sich auch schon im Detail der Dekoration, siehe Pinnwand

Wieso auch Studierende vorbeisehen sollten

Ein aktuelles Thema ist derzeit das Schreiben von Masterabreiten. Drei, vier Studierende haben bereits die Option eines freien Arbeitsplatzes genutzt. Dafür bietet das Basislager die Optionen Tagesticket, Wochenticket und Monatsticket. Bargeld ist nicht notwendig, es gibt am Ende eine ausgestellte Rechnung. Solltet ihr eure Vierbeiner nicht zuhause lassen können, könnt ihr euren Hund auch mitbringen.

Dass die Preise nicht für jeden Studierenden zu ermöglichen sind, ist Max Jagusch klar. Dahingehend etwas zu ändern, ist in Überlegung. Eine Möglichkeit könnte sein, sich nach den Phasen der größten studentischen Nachfrage zu richten. Also zum Beispiel für Juli und Februar gezielt Plätze für Studierende anzubieten.  

Wer sich zunächst einen Eindruck machen will, kann generell erst mal vorbeikommen und erhält vielleicht die Möglichkeit eines Free Trial Days. Ganz klar ist, dass Jagusch der Dialog wichtig ist. Bevor ihr also entscheidet, dass es zu teuer und deswegen keine Option für euch ist, solltet ihr das Basislager zunächst testen. Wenn euer Interesse groß genug ist, könnt ihr anschließend das Gespräch suchen und euch mit Jagusch austauschen.

Dennoch ist das Hauptaugenmerk des Basislagers Geschäftsideen zu entwickeln und voranzutreiben, und nicht als Anlaufstelle eines neuen Lernplatzes wahrgenommen zu werden. Wie bereits erwähnt, wenn ihr ein Start-up plant, seid ihr hier an der richtigen Anlaufstelle.

Zukunftspläne und Ambitionen

Ein derzeitiges neues Projekt ist, eine Art Young Entrepreneur Desk ins Leben zu rufen. Dafür kooperiert das Basislager derzeit frisch mit Startup Teens, eine deutschlandweite Initiative, die Schülern und Schülerinnen hilft, Gründungsideen zu entwickeln und an ihren Geschäftsideen zu arbeiten.

Auch das Umsetzen von einem Eltern-Kind-Zimmer und einem Fitnessraum sind durchaus geplant. Doch wie Jagusch sagt: „Visionen sind da, Ideen gibt’s massig, das ist keine Frage, man muss dann bloß auch im Sinne der Wirtschaftlichkeit gucken, wann und wie man es realisiert kriegt.“ Und man sollte nicht vergessen, dass das Basislager erst seit einigen Monaten existiert.

Dennoch ist ein großes Ziel, oder vielmehr ein Wunsch, das Bemerkenswerteste: MV soll unter anderem mit Hilfe des Basislagers wieder frischen Wind in Richtung Innovationskultur aufnehmen. Der Satz „In Rostock gibt’s ja nichts.“, soll nicht mehr so leichtherzig im Zusammenhang mit Unternehmen gesagt werden, das Land soll wieder mehr in den Fokus geraten. Dabei schwebt Jagusch eine übergreifende Zusammenarbeit verschiedener Ebenen vor: Die Uni stattet ihre Studierenden mit  dem nötigen Knowhow aus, das Basislager bietet Hilfe beim Starten und das Land stellt Mittel für die Förderung, durch ein Exist- Gründerstipendium, zur Verfügung.

Seid ihr neugierig geworden und würdet euch gerne selbst einen Eindruck verschaffen? Dann zögert nicht und macht euch auf zur Richard-Wagner-Straße 1a!

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