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Auch in Rostock: Galaktisch schnell bewerben mit JobUfo

„Diese Videobewerbungen schlagen ein wie eine Bombe“, sagt Thomas Paucker, Mitbegründer des Startup-Unternehmens JobUfo. Er hat viel zu tun, die Idee verkauft sich gut. Gleich geht es weiter zu einer Telefonkonferenz und danach zu einem Geschäftsessen. So ist das eben. Paucker redet bestimmt und zielstrebig aber immer mit einem gewissen Witz. Er betont ausdrücklich, dass Videobewerbungen „fast immer“ zur Einstellung führen – zumindest dann, wenn schriftliche Bewerbungen überwiegen. „Unsere Power-User sind U-30. Das Jobspektrum lässt sich jedoch nicht eingrenzen.“ Egal ob Helfer- oder Nebenjob, Ausbildungs- oder Praktikumsstelle, Teil- oder Vollzeitstelle und jene, die ein duales Studium machen – alle können von JobUfo profitieren. Man hört einen gewissen Stolz aus seiner Stimme. Es hat sich einiges getan seit dem Juni 2016, dem Gründungsmonat der Firma. Die Deutsche Bahn und REWE zählen mittlerweile zu den kooperierenden Unternehmen aber auch kleinere Fische wie Coney´s Hotdog-Laden in Rostock. Ausgeschlossen wird keine Branche. Doch was steckt hinter dieser Idee?
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Schwerelos Richtung Job

Bewerben macht keinen Spaß und der ganze Zettelkram ist nicht mehr zeitgemäß und überhaupt: Das dauert alles viel zu lange und wer weiß, ob die Unternehmen die Bewerbung überhaupt lesen – tun sie nämlich häufig nicht. Der Störfaktor liegt in der Überkorrektheit und der Geißel der vermeintlichen Pflichtangaben seiner Hard Skills, ohne die man sich erst gar nicht zu bewerben braucht. Doch da liegt der Trugschluss. Denn gerade die Soft Skills sind entscheidend. Was steckt für ein Mensch hinter dem Bewerber? Das interessiert die Firmen. Geschrieben wird in den meisten Fällen eh das Gleiche: „Ich bin zielstrebig, zuverlässig, pünktlich, bla“ – alles schon gehört. Bewerbungsschrei-ben interagieren nicht. Was gibt es für Möglichkeiten, diesen Einheitsbrei abzufedern? JobUfo recherchierte und kam zu dem Schluss, dass junge Leute kaum noch SMS oder dergleichen schreiben. Immer mehr rücken Sprachnachrichten und nicht zuletzt auch Apps wie Snapchat in den Fokus der zeitgenössischen Kommunikation. Man schickt sich Videobotschaften und verliert die Berührungsängste, sich darüber zu verkaufen. Diese Erkenntnis war ausschlaggebend für die Macher von JobUfo. Warum bietet man sich auf dem Arbeitsmarkt nicht mittels eines sprechenden Bewerbungsfotos in Form eines Videos an? Ein digitaler Lebenslauf, auf dem sich jemand persönlich vorstellt, ist viel aussagekräftiger als ein totes Stück Papier, das keinen ersten Eindruck zulässt. Die Idee war geboren.
Und so funktioniert JobUfo: unter Anleitung nimmst du ein maximal 30 Sekunden kurzes Video von dir auf und gibst zusätzlich deine Praxiserfahrungen, deinen Schulabschluss und die Kontaktdaten an. Anhand dieser Daten erstellt JobUfo dann einen digitalen Lebenslauf für dich. Durch den kurzen Clip können sich auf dem Papier augenscheinlich gähnend langweilige Personen um einiges interessanter machen. Vielleicht willst du Koch werden und präsentierst eine Sequenz, in der du in Rekordzeit Zwiebeln schnibbelst, ohne zu heulen. Dieses Video soll dein Trumpf werden und deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hauptsache du nutzt die Möglichkeiten einer solchen Bewerbung und verkaufst dich bestmöglich. Da ist es natürlich wenig hilfreich, wenn du dich dabei wie ein alter Kartoffelsack anziehst, noch deinen Tomatensaucen-Mund von heute Mittag mit dir trägst und im Hintergrund der Vorhang unbemerkt Feuer fängt, weil dein noch glimmender Zigarettenstumpen in eine der unzähligen Socken deiner Messi-Bude gerollt ist…
Die Unternehmen wollen sehen, ob du lächeln und eloquent reden kannst und ob man dich auf Kunden loslassen kann. Im Video lässt sich so etwas viel besser beweisen. Wie das Ganze letztendlich ausschaut, kannst du dir in der App anhand von Beispiel-Bewerbungen ansehen.
Für Arbeitnehmer und -geber ist das eine Win-win-Situation. Sowohl das Bewerben als auch das Entscheiden wird deutlich vereinfacht. Und nicht nur das: Du kannst auch das Unternehmen im Voraus besser kennenlernen. Neben den digitalen Lebensläufen bietet JobUfo nämlich auch Stellenanzeigen an, die ebenfalls mit wenig Text funktionieren. Stattdessen sieht man eher Fotos, kleine Clips und 360°-Videos des Arbeitsplatzes. Probier es doch mal aus: Klicke in der App einfach auf die Lupe, gib deine Branche ein und schon siehst du die Stellenanzeigen – ob Bauingenieur oder Lokführer.
Hast du dich letztendlich beworben, kannst du über die JobUfo-App nachvollziehen, was mit deiner Bewerbung gerade passiert. Ist sie angekommen? Wurde sie geöffnet? Wirst du zum finalen Bewerbungsgespräch eingeladen oder nicht? Letztgenanntes soll nämlich nicht durch die Funktion der App abgeschafft werden, sondern eher die Qualität eines solchen Gesprächs erhöhen – ein bisschen wie eine Dating-App, wenn man so will.
So lässt sich JobUfo zusammengefasst in drei Funktionen gliedern:
  1. Das Erstellen eines digitalen Lebenslaufes mit Video
  2. Das Bereitstellen von Stellenanzeigen, auf die man sich mit einem Klick bewerben kann
  3. Das Verfolgen des Bewerbungsstatus
Allerdings kann man sich nur bei solchen Unternehmen bewerben, bei denen eine Kooperation mit JobUfo vorliegt. Nichtsdestotrotz kann das Startup immer angeschrieben werden, falls doch mal der Bedarf da ist und dann kümmern sie sich darum, dass die Bewerbung sicher und ohne Missbrauch dort ankommt.
Die App ist für Android und iOS für dich verfügbar.
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