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Warum Abschiede innerhalb von Rostock eigentlich keine Abschiede sind

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Zeiten ändern sich. Die Uhr bleibt nun mal nicht stehen und das Leben hält immer wieder neue Abenteuer für einen bereit. Man entwickelt sich weiter, es schließen und öffnen sich Türen, man steht immer wieder vor neuen Herausforderungen. Und das ist auch gut so. Abschiede gehören da leider dazu. Aber nicht in Rostock, sagen wir, sage ich.

Gibt kein Tschüss, nur ein Hallo.
Foto: naty.smithx auf Instagram

Viele von uns kennen das „Time to say Goodbye“ nur allzu gut. Erinnert euch an euren letzten Schultag, bevor ihr und eure Freunde euch ins aufregende Studentenleben gestürzt und euch quer über den ganzen Planeten verteilt habt. Ich war ziemlich traurig, denn es war ein Abschied.

Einige von uns beenden nach einer wunderbaren Studentenzeit nun das herrlich lotterige Leben, das einen jahrelang begleitet hat und ziehen in die weite Welt. Um durchzustarten, um Karriere zu machen, um etwas völlig anderes zu machen. Ein Abschied.

Viele Freunde sehen wir kommen und gehen, man lebt sich auseinander, der eine zieht in eine andere Stadt. Ein Abschied.

Oder der Job, den man die letzte Zeit ausgeübt hat, den man nun hinter sich lässt, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Und nun: der letzte Arbeitstag, ein letztes Treffen mit den Kollegen, an die man sich gewöhnt hat. Ein Abschied.

Ein bisschen Liebe an die schönste Stadt der Welt.

Abschiede gehören zum Leben dazu wie Remoulade auf’s Fischbrötchen. Aber Abschiede in Rostock? Die gibt es nicht. Lasst euch gesagt sein: Solange ihr in unserer schönen Stadt eine Tür schließt, um eine neue zu öffnen, solltet ihr nicht wehmütig sein und gleich sentimental werden. Ganz im Gegenteil. Denn habt ihr mal mitgezählt, wie oft ihr durch die Stadt geschlendert und ungrüßend und ungegrüßt wieder nach Hause gekommen seid? Wahrscheinlich kein einziges Mal. Falls ihr uns nicht glaubt, setzt euch an den Dobi, gönnt euch einen Döner, ein leckeres China-Gericht oder trinkt einen Kaffee beim Stadtbäcker. Erst heute wieder: ein Augenzwinkern zu Monschi, ein kurzes Nicken zu Holger aus dem Piraten, ein Schmunzeln zu dem Typen, der jeden Tag sein Auto putzt, ein Winken zu der alten Schulfreundin, die just in diesem Moment an mir vorbeihuscht. Und das alles innerhalb von einer Döner-Länge.

Rostock, so schnell wirst du uns nicht los.
Foto: grazinyte auf Instagram

Rostock ist ein Dorf. Manche nervt es, manchen gibt es Sicherheit, manche – wie mich – bewahrt es vor der Traurigkeit, ein neues Kapitel in meinem Leben zu öffnen. Ich brauche keine Angst davor zu haben, mich zu verabschieden. Denn man sieht sich nicht nur zweimal im Leben, sondern in Rostock viel öfter. Auf Nimmerwiedersehen kann man einfach zu keinem Rostocker sagen, denn kurze Zeit später begegnet man ihm eh wieder. „Abschied ist ein bisschen wie sterben“ singt Katja Ebstein wehmütig in ihrem Schlager. Aber ein Abschied in Rostock? Das ist wie ein Lottogewinn.

Ein Abschied in Rostock ist immer ein versprochenes Wiedersehen. Und das wird sich nie ändern. Und dafür lieben wir diese Stadt doch alle, oder nicht?

rostock

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