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Ein Gutenachtkuss für die KTV:
Warum der Montagsbalkon zurückkehren muss

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Gerade jetzt, da die Tage länger und die Abende milder werden, wird unsere Sehnsucht zunehmend stärker. Die Rede ist vom Montagsbalkon. Ihr wisst nicht, was das ist? Nun, er war so einiges für die KTV: ein Ort der Zusammenkunft und Gemeinschaft, der Kultur, der Romantik, des Spaßes und der Freude – und nicht zuletzt ein Ort lauer, klarer Sommerabende. Seit 2014 wurde der Montagsbalkon offiziell zu Grabe getragen. Es wird Zeit für einen Nachruf und den Appell, den Montagsbalkon wieder zum festen Bestandteil der Stadt werden zu lassen.

DAS ist die KTV, so muss es sein und so muss es wieder werden. – Foto: Instagram @julewillmeer

Einige von euch werden den Montagsbalkon nicht mehr kennengelernt haben, einen Balkon in der KTV, der zur Bühne wurde. Immer am ersten Tag der Woche um 21.50 Uhr verwandelte sich für zehn Minuten eine stinknormale Brüstung einer Studenten-WG in eine märchenhafte, kulturelle Wundertüte, liebevoll dekoriert. Manchmal wurden sie sogar von ihren Nachbarn unterstützt, die ebenfalls ihre Balkone zur Verfügung stellten, z.B. wenn für eine Band wie Les Bummms Boys mehr Platz benötigt wurde. Dann wurden von mehreren  Hundert Zuschauern und -hörern unzählige funkelnde Wunderkerzen empor gereckt und gemeinschaftlich mitgesungen. Ein wahrer Sommernachtstraum.

Gerade an sonnigen Montagen war es nach einem entspannten Strandtag die Kirsche auf dem Eis, sich abends mit Freunden und ein paar Bierchen oder einem Wein unter dem Balkon zu versammeln, um akustische Live-Musik oder Arien zu genießen, Lesungen oder Gedichten zu lauschen, oder kleine Schauspiele zu verfolgen – sogar eine Moderation gab es. All das war kostenlos und verfolgte nur ein Ziel: ein sommerliches, kulturelles Zusammenkommen, ein Potpourri der guten Laune. Möglichst um Punkt 22 Uhr war dann auch schon Schluss – Nachtruhe. Wenn man so will, war der Montagsbalkon ein Gute-Nacht-Kuss an die KTV.

Doch der Montagsbalkon war nicht nur zur allgemeinen Unterhaltung da, sondern auch, um Künstlern unserer Stadt eine Bühne und somit eine Chance zu bieten, sich einem Publikum zu präsentieren. Es war eine großartig Gelegenheit.

Nachdem der Montagsbalkon sein Ende fand, weil die WG sich auflöste und auch die Polizei dazwischenfunkte, gab es mit dem Kulturbalkon (Kuba) ein Jahr später noch einmal den nicht minder erfolgreichen Versuch, die Flagge wieder hochzuhalten. Doch auch dessen Initiatoren zogen nach dem Ende ihres Studium aus ihrer WG aus. Darum war auch mit dem „Kuba“ Schluss.

Seither wartet die KTV darauf, dass ein ähnliches Projekt seine Schwingen ausbreitet und durch die Straßen des Viertels gleitet. Es wäre aus genannten Gründen eine Bereicherung für Rostock, etwas Besonderes – ein Dienst an der Stadt, um noch pathetischer zu werden. Jede Person, die den Montags- oder Kulturbalkon kennengelernt hat, wird das bestätigen.

Is dat nich schön? – Foto: rostock-heute

Also, liebe Leser/innen, wer von euch hat einen Balkon und möchte ein monumentales Stück Kultur zurück in die Kröpeliner-Tor-Vorstadt bringen? Ihr würdet zu Helden der KTV werden. Die Liebe der Stadt wäre euer Lohn. Was bedarf es dann noch mehr?

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3 Comments

  1. Weiß ja nicht, ob ihr’s vielleicht schon mitbekommen habt, aber es gibt wieder einen Montagsbalkon! 21 Uhr gegenüber vom LiWu machen die das jetzt. M.E. haben die Orgas nichts mit dem alten Balkon zu tun und viel mehr weiß ich auch nicht. Aber ist ja auch egal. Kommt vorbei!

    • Hey, danke für den Hinweis. Aber klar, das wissen wir und sind darum umso glücklicher, dass er wieder da ist. Wir haben bereits einen Folge-Artikel dazu geschrieben 🙂

  2. Gerne möchte ich der Darstellung widersprechen, dass die Polizei dazwischengefunkt hat. Im Gegenteil wurde gegen Ende extra der Verkehr umgeleitet und es fuhren Polizei-Wagen bewusst langsam vorbei, um auch etwas vom Programm mitzubekommen. So war das. Ansonsten schöner Artikel, Dankesehr!

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