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Der günstigste Glühwein Rostocks: Das Phänomen Shin Shin

Es ist noch nicht allzu lange her, da konnten wir abends am Stadthafen grillen, in Warnemünde ein Eis schlecken oder im Barnstorfer Wald picknicken. Jetzt, Ende November, ist die Zeit des schönen Wetters vorbei und deshalb hilft nur noch eines: Ein heißer Qualitätsglühwein von Meisterkoch Shin Shin höchstpersönlich!

Wer oder was ist Shin Shin?

Sagt nicht, ihr habt noch nie von Shin Shin gehört! Als Imbiss für asiatisches Essen getarnt, ist der Laden eigentlich ein ganzjähriger (zumindest gefühlt) Lieferant für allerfeinsten Glühwein. Ausgestattet mit großen Wasserkochern, in denen immer ein gesunder Vorrat des roten Goldes zur Verfügung steht, stellt Shin Shin jegliche Konkurrenz in den Schatten. Zusätzlich dazu hängen über der Theke riesige Rum- und Amaretto-Flaschen, die einem Unwissenden das Gefühl vermitteln könnten, es handle sich dabei um überdimensionale Euter.

Ob der Name des Imbisses auf den Inhaber verweist oder eine tiefsinnigere Bedeutung hat, ist den meisten Rostockern nicht bekannt. Verschwörungstheoretiker behaupten, dass Shin eigentlich gar kein richtiges Wort ist, sondern lediglich Nihs (abgeleitet von „niesen“ und mit rechtschreibtechnisch wertvollen Tricks unkenntlich gemacht) rückwärts geschrieben. Damit würde der Name Nies’ Nies’ lauten und das wiederum wäre ein versteckter Hinweis darauf, wie der Glühwein auf die Konsumenten wirkt. Krass, was sich diese Verschwörungstheoretiker alles ausdenken.

Wo befindet sich der Laden?

Der Weg zu Shin Shin ist im Grunde ganz einfach. Die dichteste Straßenbahnhaltestelle liegt am Neuen Markt. Von dort aus muss man sich einfach nur durch die Massen von Menschen – vorbei an den Schießbuden, Süßigkeitenständen und Langos-Hütten schlängeln und in Richtung Pornobrunnen bewegen. In der Kröpeliner Straße angekommen, befindet sich der Glühweinverkäufer des allgemeinen Vertrauens auf der linken Seite, direkt hinter einer Traube von mindestens 50 Menschen.

Welche Vorteile hat Shin Shin gegenüber der Konkurrenz?

Vorteil Nummer eins: Die Lage. Alle Weihnachtsmarktstände halten einen Sicherheitsabstand zum berühmt-berüchtigten Asia-Imbiss. Niemand möchte in die direkte Konkurrenz mit Shin Shins Glühwein treten. Man munkelt, dass schon so einige gute Glühweinverkäufer, deren Stand sich in Nähe zu dem asiatischen Laden befand, nach Weihnachten Insolvenz beantragen mussten, weil die Kunden ausblieben.

Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg, könnte manch Blau-Brauner jetzt denken. Der Autor dieses Beitrags dagegen ist der Meinung, dass wir hier alle Zeugen gelungener Integration werden. Ein Asiate, der unsere christlich-abendländische Tradition des Glühwein-Wettsaufens weiterführt? Stark!

Der einzige Laden, der sich tatsächlich traut seine Pforten zu öffnen, um ebenfalls abends das rote Gold zu verkaufen, ist der nette russische Imbiss direkt neben Shin Shin. Sein großer Nachteil jedoch: Er ist viel zu teuer! Mit 1,50€ pro Becher kann man die jungen Menschen heutzutage eben nicht überzeugen.

Das führt uns zu Vorteil Nummer zwei: Dem Preis. Einen Euro verlangt der Kultasiate für seinen Glühwein und für 50 Cent mehr bekommt man einen Schuss Rum oder Amaretto mit dazu. Wer sich da nicht mindestens fünf Becher holt, der ist selbst schuld! Zumal man davon doppelt etwas hat: Spaß am Abend und zusätzlich noch Kopfschmerzen am nächsten Morgen! Haben wir gehört…

Vorteil Nummer drei: Die Öffnungszeiten. Während alle Stände auf dem Weihnachtsmarkt so langsam schließen, macht auch Shin Shin dicht, allerdings nicht den Laden, sondern die Leute. Wer also nach seiner letzten Vorlesung noch schnell einen Glühwein trinken möchte, der kennt nun die richtige Adresse. Und wen gleichzeitig noch der Hunger plagt, der kann gebratene Nudeln dazu bestellen. Oder einen Döner…

Na, haben wir euch jetzt überzeugt, Shin Shin dieses Jahr wieder einen Besuch abzustatten? Oder musstet ihr etwa schon einmal schlechte Erfahrungen machen?

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