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Spielverderber: Warum man die Black Week boykottieren sollte

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Sparen macht Spaß. Wenn wir für ein neues Tablet nur 150 statt 200 Euro zahlen, haben wir das Gefühl, 50 Euro gewonnen zu haben. Ist natürlich Quatsch, wir haben trotzdem 150 Euro ausgegeben. Doch wir fühlen uns besser.

Diese Glücksgefühle des Sparens sind im November besonders oft vertreten. Denn die Black Week startet. Die bekloppteste Zeit des Jahres. Wer Weihnachten oder Silvester für verrückter hält, der gönne sich folgende Bilder aus den USA:

Was ist die Black Week?

Die Black Week ist die Ausweitung des sogenannten Black Friday. Der ist wiederum der Freitag nach Thanksgiving in den USA. Traditionell ist der Freitag der umsatzstärkste Tag für den Einzelhandel in den USA.

Warum genau man vom Black Friday spricht, ist umstritten. Angeblich ist es für die Einzelhändler die Chance, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Eine andere Theorie besagt, dass das Philadelphia Police Department den Begriff prägte, da es am Thanksgiving Wochenende immer zu vielen Staus, überfüllten Shopping Malls und somit mehr Einsätzen und Chaos kommt.

Der Name ist aber ohnehin nebensächlich, da der Black Friday mittlerweile schon längst nicht mehr auf den Einzelhandel oder den Freitag beschränkt ist. Stattdessen haben wir über 1 Woche lang Rabatte und das online und offline.

Warum man die Black Week boykottieren sollte

Wie bereits erwähnt wurde, sind Rabatte für uns eigentlich eine Quelle des Glücks. Wer Geld spart, fühlt sich gut. Allerdings wissen Unternehmen das auch sehr genau und machen es sich zu Nutze. Und bevor wir uns versehen, haben wir nicht nur den Pullover gekauft, auf den wir schon lange ein Auge geworfen hatten – sondern gleich drei weitere. Und ein Paar Schuhe.

Black Week schadet der Umwelt

Wir reden gerne über Flüge und Autofahrten, wenn es um die Umwelt geht. Doch was ist mit der Textilindustrie? Oder den technischen Geräten? Auch sie werden (häufig) unter umweltschädlichen Bedingungen hergestellt und um die halbe oder ganze Welt geschifft.

Achtung, das soll nicht heißen, dass man sich nicht mal etwas gönnen darf. Wir rufen hier nicht zu vollständigen Konsumverzicht auf. Aber braucht es wirklich jedes Jahr ein neues Smartphone? Oder alle zwei Jahre?

Die Black Week verleitet uns dazu, das Sparen vor die Notwendigkeit zu stellen und somit völlig die Folgen für andere zu vergessen.

Arbeitsbedingungen und die Black Week

Wer aufmerksam mitliest, der hat bereits festgestellt, dass die Kritik an der Black Week auch als grundsätzliche Kritik am hemmungslosen Kapitalismus dienen kann. Immer wieder hört man von miserablen Arbeitsbedingungen in Amazon-Lagern.

Von den Arbeitsbedingungen in den Ländern, in denen Ware so billig wie möglich produziert wird, fangen wir erst gar nicht an. Warum vergessen wir diese Dinge plötzlich, wenn wir -30% sehen?

Black Week liebt die Konsumsucht

Neben den Folgen für Umwelt und Arbeitsbedingungen kann man einen Black Week Boykott aber auch mit persönlichen Argumenten begründen. Der kurzzeitige Serotoninausstoß beim Schnäppchen machen, macht uns nicht wirklich glücklicher.

Doch genau wie uns jedes Bild auf Instagram bei Laune hält, ohne unsere Laune wirklich zu steigern (ausgenommen sind hier Videos von niedlichen Hunden und Katzen), stellen wir unsere Gehirne in den Energiesparmodus.

Anstatt für eine Reise zu sparen und in Erlebnisse zu investieren, holen wir uns den neuen Smart TV. Damit Netflix, die ZDF Mediathek und Amazon Prime auch alle mit einer Fernbedienung funktionieren. Das ist super wichtig! Wie haben die Leute das nur früher geschafft, als man dafür einen Laptop und einen Fernseher brauchte?

Was sollte man in der Black Week kaufen?

Die Autorin dieses Beitrags hat eine Liste mit 4 bis 5 Dingen, die sie in dieser Black Week kaufen möchte. Ja, obwohl sie gerade gegen die Black Week argumentiert hat. Der springende Punkt dabei ist aber, dass diese Dinge sich in den letzten 2 Monaten angesammelt haben. Sie hätte sie also sowieso gekauft, hat aber lieber noch gewartet, um dann zu sparen.

Und genau das sollte auch das Prinzip bei der Black Week sein: Dinge, die wir ohnehin brauchen und die wir in dem Fall einfach günstiger bekommen. Das eliminiert die oben angesprochenen Probleme nicht vollständig. Aber es führt zu mehr Achtsamkeit und verhindert, dass man plötzlich sein gesamtes Monatsgehalt beim Shopping verliert.

Also was meint ihr? Black Week ist zum Gönnen da oder doch lieber Sparsamkeit und Zurückhaltung?


Weiterführende Texte: Black Friday: 5 Gründe, warum du nicht mitmachen solltest. / Warum wir am Black Friday nichts kaufen sollten / Konsumschlacht Black Friday: Verlierer ist die Umwelt

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