StudentsStudents Rostock

Sensationsfund: Studentin aus Rostock lernt am 01. Oktober

früher mit dem lernen anfangen

Unglaubliche Nachrichten aus dem hohen Norden: Nach übereinstimmenden Medienberichten kam es heute, am 01. Oktober, zur Sichtung einer Studentin, die ins Semester startet. Was zunächst nach einer frei erfundenen Geschichte klingt, bei der selbst Flat-Earther den Kopf schütteln, scheint nun wirklich wahr zu sein.

Mehrere Augenzeugen haben mit uns gesprochen. Wir haben die Namen zum Schutz ihrer Identität verändert, damit nicht sie nicht von internationalen Medien wie CNN oder der Al Jazeera aufgesucht werden.

Daniel B. aus Rostock: Ich bin ganz normal meinen Kaffee beim Bäcker holen gegangen und da saß sie einfach. Ich hatte mich schon gewundert, warum die Verkäufer so tuschelten. Aber als ich die Studentin sah, wusste ich sofort, was Sache ist. Ich meine, man hört ja immer wieder von solchen Leuten. Nur sprechen die Medien ja nicht drüber, weil das wohl zu kontrovers wäre oder so.

Laut Daniel B. hatte die Studentin einen ausgedruckten Stundenplan und mehrere Veranstaltungsskripte vor sich liegen. An dieser Stelle muss gesagt werden, dass die Studentin damit grundsätzlich noch keine Normen verletzt hat. Das bestätigt uns auch der Barmann Nico, der in einer bekannten Rostocker Lokalität regelmäßig Studierende bewirtet:

Seien wir ehrlich, die hätte auch ein Ersti sein können. Eifrige kleine Biester, sag ich euch. Da stehen immer wieder welche schon in der ersten Oktoberwoche im Hörsaal und wundern sich, warum nix los ist.

Barkeeper Nico, angeblich kein Hipster

Die Situation schien also zunächst harmlos zu sein. Doch dann sprach Luisa A., ebenfalls Studentin und im 5. Semester, mit der Beschuldigten und stellte das Unmögliche fest: Die lernende Studentin beginnt ihr 5. Semester an der Uni Rostock.

Luisa A.: Ich wollte nur schnell in die Mensa gehen und mir was gönnen. Da hab ich sie in die Bibliothek gehen sehen. Ich kannte sie noch aus einem Kurs, wusste aber nicht viel über sie. Ich hab also gefragt, was sie in der Bib wollte, immerhin sind die Hausarbeiten durch. Sie meinte knallhart, dass sie dieses Semester früher mit dem Lernen anfangen wolle. Zum Glück hatte ich noch nichts gegessen, sonst hätte ich mich wohl übergeben.

Als uns diese Nachricht erreichte, wollten wir natürlich sofort mehr erfahren. Beinahe täglich wenden sich Studierende an uns, die behaupten, im nächsten Semester würde alles besser werden. Noch nie sind wir auf einen Fall gestoßen, bei dem auch wirklich jemand rechtzeitig anfängt.

Als unsere rasenden Reporter die Bibliothek erreichten, war die Studentin nicht mehr aufzufinden. Ein gutes Zeichen, so wurde vermutet, dass sie ihr Fehlverhalten selbst bemerkt hatte. Doch da StudentsStudents deutschlandweit für investigativen und bahnbrechenden Journalismus bekannt ist, konnten wir die Sache nicht ruhen lassen.

Wir trafen uns mit Herbrecht C., der an der Universität Rostock als Dozent aktiv ist. Zunächst ließ er nicht viel durchblicken, doch wir versicherten ihm, dass seine Identität geschützt werden würde. Was er zu berichten hatte, wird euch umhauen:

Es gab schon länger Gerüchte, dass Studis rechtzeitig mit dem Lernen anfangen. Aber ich habe mir nichts dabei gedacht. Das ist doch wie mit den Leuten, die angeblich erst die Milch in die Schale gießen und dann die Cornflakes reinschütten – man hört immer wieder davon, aber in Wahrheit kennt man solche Psychopathen nicht persönlich. Doch dann kam ein Student nach dem Seminar auf mich zu – wir hatten gerade in der zweiten Woche die Referatsthemen verteilt und planten anschließend den ersten Ausfalltermin – und wollte mit mir sein Hausarbeitsthema durchsprechen. Keine große Sache, passiert alle Jubeljahre mal. Aber dann sagte er, in seiner Lerngruppe habe man ihm empfohlen, unbedingt im Oktober alle Projekte anzufangen. Da wurde ich misstrauisch.

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Herbrecht C. fragte unter seinen Kollegen herum. Alle berichteten von ähnlichen Erfahrungen. Da wir den Namen der Studentin noch immer nicht kannten, verfolgten wir die Spur, die Herbrecht C. uns geliefert hatte.

Der Student, der damals auf ihn zugekommen war, hat mittlerweile seinen Abschluss in der Tasche. Da er einen Bachelor in Geisteswissenschaften hat, hatte er glücklicherweise sofort Zeit für ein Interview.

Ich kann nichts Genaues sagen, denn sonst bekomme ich richtig Ärger. Die Lerngruppe weiß schon, dass sie die Regeln bricht. Aber man rutscht da so rein, okay? Erst macht man sich gute Vorsätze und dann wartet man auf etwas, dass sie kaputt macht. Bei mir war es Anfang April, als einfach nichts dazwischen kam. Den anderen ging es ähnlich, die wollten das gar nicht wirklich. Aber wenn man erst einmal angefangen hat, alle Materialien bereitliegen zu haben, die Texte rechtzeitig zu lesen und jeden Tag zehn Minuten zu lernen…dann wird es zur Sucht.

An dieser Stelle brachen wir das Interview ab. Der Student begann zu weinen, erzählte von all den Netflix-Abenden und Kellernächten, die er verpasst hatte. Seine Wohnung sei nie mehr ganz aufgeräumt, weil er einfach nicht mehr prokrastinieren könne – früher, so erzählte er mit erstickter Stimme, sei er in der Prüfungszeit und zu Semesterbeginn stundenlang am Putzen gewesen, nur um nicht lernen zu müssen.

Er gab keine Namen heraus. Die erste Regel des Clubs lautet, dass man nicht über den Club redet. Doch als wir schon fast zur Tür hinaus waren, rief er uns noch nach: AA! Die Anti-Aufschieber. So nennen sie sich.

Leider ergab unsere Recherche bisher nicht mehr. Online erfuhren wir nur, dass American Airlines gut im Geschäft ist, auch in Rostock Treffen für Anonyme Alkoholiker stattfinden und Batterien online billiger zu finden sind als im Supermarkt.

Wir richten daher ein Hinweis-Postfach ein. Unter campus@studentsstudents.de nehmen wir alle Hinweise entgegen, die zu Beweisen führen könnten, dass es wirklich nicht nur eine Studentin, sondern eine ganze Gruppe gibt, die jedes Semester von Anfang an lernt. Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, erfahrt ihr es bei uns als Erste.

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