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Netflix, Disney+ und AppleTV: Wie prokrastinieren wir ab 2020?

streaming chaos

Wir wollen keine Massenpanik auslösen, aber möglicherweise sieht die nächste Prüfungsphase für uns Studierende deutlich komplizierter aus, als uns lieb ist. Denn eines der besten Mittel für das Aufschieben von Prüfungen und Hausarbeiten – das Serienglotzen – wird 2020 auf die Probe gestellt.

Wie streamen wir in Zukunft Serien?

Viele von uns erinnern sich nur noch vage an die Zeit, in der man eine ganze Woche auf die nächste Folge seiner Lieblingsserie warten musste. Oder damals, als man um 20.15 Uhr eine Auswahl von vier bis fünf Filmen hatte (aber auch nur am Wochenende) und sich einen aussuchen musste. Von der Werbung mitten drin ganz zu schweigen.

Heute können wir aus hunderten Filmen wählen, Serien gibt es immer häufiger gleich als ganze Staffel und wir erwarten mehr, mehr, mehr. Aber wir haben wohl zu viel gewollt und zahlen nun wortwörtlich den Preis: Spätestens nächstes Jahr gibt es mehr Streaming-Anbieter, als sich ein normaler Studi leisten kann.

Wie viel muss ich abonnieren?

Schon jetzt haben wir in Deutschland vier große Anbieter für Filme und Serien: Maxdome, Netflix, Amazon Prime Video und Sky. Ab November startet dann noch Apple TV+ und nächstes Jahr soll Disney+ auch in Deutschland verfügbar sein.

Keine Ahnung, wie ein Studierender das Geld für sechs Streaming-Dienste aufbringen soll, aber wir würden meinen, dass wir bald vor der unmöglichen Entscheidung stehen werden, (nur) einen Streaming Anbieter zu wählen, der zu uns passt.

Wo liegt das Problem?

Für diejenigen, die sich wirklich nur von Zeit zu Zeit vom Studieren ablenken wollen, scheint es zunächst keinen Anlass zur Sorge zu geben. Doch die Experten für Prokrastination werden schon schwitzige Hände bekommen – denn wer wirkliches Bingewatching betreibt und jedes Semester mehrere Wochen vorlesungsfreie Zeit rumkriegen muss, der braucht Auswahl.

Das Problem dabei ist also, dass wir uns gerade erst daran gewöhnt haben, jederzeit alles auf Abruf zu haben, und unsere Unterhaltungswelt sich plötzlich in viele kleine Stückchen auflöst. Disney zieht nach und nach all seine Filme und Serien von anderen Plattformen ab und packt sie auf Disney+. Netflix wird somit schmaler, produziert aber weiterhin tolles neues Material – das es eben exklusiv nur dort gibt.

Auf Sky laufen die großen epochalen Serien wie Game of Thrones. Amazon Prime holt sich alles, was Netflix und Co. noch nicht in die Finger bekommen haben und versucht sich ebenfalls bei den Eigenproduktionen. Apple TV+ startet auch gleich mit Serienexperimenten wie See (Hauptrolle: Jason Momoa) oder Dickinson (Hauptrolle: Hailee Steinfeld).

Was sagen die Experten?

Zwei Prognosen lassen sich unter Serienjunkies und Filmfreaks herausfiltern. Erstens ist der neue Streaming Dienst von Disney (der in den USA bereits im November startet) eine Bedrohung für alle anderen Anbieter und vielleicht sogar für Kinos weltweit (hier ein interessantes Video zu dem Thema). Dabei bildet sich möglicherweise ein Monopol und Disney ist bisher nicht bekannt dafür, die große Verantwortung zu übernehmen, die mit großer Macht einhergeht.

Zweitens wird das illegale Streaming wieder interessant. Was eigentlich kaum mehr nötig war, wird nun von vielen geradezu heraufbeschworen: Wenn ihr uns so viele Dienste andrehen wollt, für die wir alle extra zahlen, dann machen wir es eben wieder schwarz.

Das ist natürlich keine Lösung, die wir unterstützen, doch die Verunsicherung bei den Kunden – zu denen lernphobische Studis nun mal gehören – ist verständlich. Aber wir wollen das mal positiv sehen: Vielleicht werden wir auch einfach wieder kreativer in unseren Prokrastinationsmethoden. Immer nur mit „Netflix“ zu antworten, wenn jemand fragt, ob wir gelernt haben oder nicht, ist ja auch langweilig.

Top-Alternativen: Putzen, ein Buch lesen, Spazieren gehen, ein Buch schreiben, in Bitcoin investieren, sich mit Freunden zusammentun…

Moment? Wie bitte?

Wir würden ja behaupten, dass man weiterhin ohne Ende streamen kann – durch die neuen Eigenproduktionen sogar mehr denn je -, wenn man sich einfach mit anderen verbündet (seht ihr, wir sind optimistisch!). Viele teilen sich bereits Netflix Accounts, also warum nicht auch Amazon, Disney, Apple und so weiter? Der Aufwand wäre etwas höher und man sollte denjenigen, mit denen man diesen Pakt schließt, definitiv vertrauen können.

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Wir glauben fest daran, dass Studis auch im Jahr 2020 bereit sein werden, außergewöhnlich viel Mist zu machen oder zu schauen, nur um nichts für die Uni tun zu müssen.

Was meint ihr? Brauchen wir Engagierte Studierende gegen die Spaltung des Abendprogramms (#ESgediSA) oder ist das doch alles Panikmache?

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