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#1 Lehramts-Reihe: Matze, 23, gibt einen Einblick in sein Lehramtsstudium

Matze - Lehramtsstudent

Vor einiger Zeit haben wir uns ja (möglicherweise zu Unrecht) über das Lehramtsstudium, beziehungsweise dessen Studierende ausgelassen, was auf einigen Gegenwind gestoßen ist. Um die Gegenseite und vor allem deren Sichtweise zu zeigen, rufen wir hiermit die Lehramts-Reihe ins Leben, welche verschiedenste Aspekte des viel gewählten Studiengangs beleuchtet. Auch der Autor ist Lehramtsstudent und wird im Laufe der Reihe seine Sicht der Dinge erörtern.

In diesem Artikel geht es allerdings um Matze, 23, Lehramtsstudent mit den Fächern Englisch und Philosophie im 4. Semester. Er hegt einen positiven und durchaus objektiven Blick auf den Lehramts-Studiengang in all seinen Facetten. Aber macht euch selbst ein Bild von seiner Sichtweise und dem Studium an sich.

StudentsStudents: Matze, schön, dass du dir die Zeit für das Interview nimmst. Weshalb hast du dich damals für das Lehramtsstudium entschieden?

Matze: Weil meine Lehrerin gesagt hat: „Machen Sie das!“. Spaß beiseite. Die kurze Version ist, dass mich meine Englischlehrerin kurz nach dem Abi gefragt hat, was ich nun mache. Daraufhin antwortete ich, dass ich es noch nicht weiß. Sie meinte dann, dass ich doch Lehramt studieren solle, da ich schließlich gut quatschen kann und es mit Zahlen nicht so habe (daher Englisch und Philo, Anm. d. Red.). Das war tatsächlich der ausschlaggebende Punkt, der den Stein ins Rollen brachte. Wenn dir deine Lehrerin auf diese Art Vertrauen entgegenbringt, dass du es schaffen kannst, bringt dich das schon zum Nachdenken. Zudem fand ich Schule schon immer geil. Ich habe nie zu denen gehört, die die Schule verflucht haben, im Gegenteil.

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Wer die Schule mochte, wird den Lehramts-Beruf lieben.

StudentsStudents: Interessanter Ursprung. Wo genau siehst du denn die positiven, beziehungsweise negativen Aspekte im Lehramtsstudium – soweit du es nach 4 Semestern einschätzen kannst?

Matze: Sobald du die ersten Hürden genommen hast, wie zum Beispiel das Bauen des Stundenplans (was sich anfangs recht kompliziert gestaltete) und das allgemeine Kennenlernen des Umfelds, bist du bestenfalls eingefuchst. Dann ist es recht übersichtlich. Ich weiß zwar nicht, wie es in Zukunft ist, aber jetzt in den ersten Semestern war es ziemlich entspannt, was die Zeit angeht, die man aufwenden muss. Das ist aber auch abhängig von der jeweiligen Fakultät, schätze ich. Unnütz sind meiner Meinung nach anwesenheitspflichtige Veranstaltungen, die nicht prüfungsrelevant sind. So eine hatten wir beispielsweise letztes Semester in Englisch. Sicherlich ist Zusatzwissen immer gut und wichtig, aber hier wird Zeit verschwendet, die man nutzen kann, um für anstehende Prüfungen zu lernen.

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Das Bauen des Stundenplans ist gewöhnungsbedürftig, bietet aber auch Flexibilität.

StudentsStudents: Absolut verständlich. Siehst du irgendwo weitere Vor- oder Nachteile, speziell in Hinblick auf deine beiden Fächer Englisch oder Philo?

Matze: Ja. Ich habe mich für Philosophie entschieden, weil ich wirklich Bock hatte nachzudenken – nicht wie beispielsweise in Bio Tiere zu sezieren. Viel mehr wollte ich mir einen Kopf über gewisse Probleme machen, um mir neue Sichtweisen zu ergründen. Gerade hier finde ich die Entwicklung, die das Fach im Laufe der Zeit nimmt, ziemlich cool. Das Philo-Studium fängt mit Philosophie der Antike und Philosophie der Neuzeit an – also ziemlich geschichtlich. Anfangs denkt man sich da tatsächlich: „Hm. Interessiert mich nicht unbedingt, was beispielsweise Descartes gesagt hat. Ich will lieber selbst nachdenken.“. Jedoch mittlerweile, während man die Möglichkeit hat, seine Seminare zu wählen, entscheidet man sich für eins mit einem interessanten Thema und schreibt darüber eine Hausarbeit. Da bekommt man wirklich Lust in der Veranstaltung zu diskutieren, schließlich geht es um ein Thema, was für dich von großem Interesse ist. Die geschichtliche Grundlage, die man vorher erlangt hat, lässt sich dann sehr gut anwenden. Das ist eine Entwicklung, die mich unheimlich motiviert.

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Aristoteles und Co. bieten die Wissensgrundlage für’s Philo-Studium.

StudentsStudents: Würdest du das Lehramtsstudium, so wie du es bis hier hin erlebt hast, weiterempfehlen? Und falls ja, wem?

Matze: Auf jeden Fall würde ich diesen Studiengang weiterempfehlen. Ich find’s ziemlich geil. Es ist schon ’ne coole Zeit, die man verbringt. Sicherlich ist es hin und wieder stressig, da man seine Gedanken bei 3 verschiedenen Fächern gleichzeitig haben muss, aber das gehört schlichtweg dazu. Ich könnte jetzt sagen, man sollte für dieses Studium fleißig und diszipliniert sein, aber let’s face it: Wer ist das schon? Viele, inklusive mir, sind faul wie sonst was, lernen eine Woche vor der Prüfung und kommen dennoch irgendwie durch. Nichtsdestotrotz sollte man später im Beruf als Lehrer (bestenfalls natürlich schon vorher) offen und sozial sein. Vor allem sollte man aber wirklich Bock drauf haben und mit Herzblut dabei sein, denn dann hast du definitiv die nötige Motivation, die dich durch die 10 Semester trägt. Ohne wird’s schwer, schätze ich.

StudentsStudents: Vielen Dank, Matze, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast und Danke auch für die interessanten Einblicke in dein Studium!

Studierst du auch Lehramt oder bist am Überlegen das Lehramtsstudium anzutreten? Teile uns doch deine Gedanken in den Kommentaren mit. Die nächsten Beiträge zur Lehramtsreihe werden sich unter anderem mit der Organisation im Lehramtsstudium, der „Problematik“ des Fachwechsels und Vor- und Nachteilen im Detail beschäftigen. Also: Stay tuned!

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