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Clever statt viel: Wie wir richtig lernen

Viele Studierende gehen zum Lernen extra in die Bibliothek. Man wird weniger abgelenkt als in der eigenen Bude, heißt es. Dabei können die Gedanken dort genauso gut abschweifen, wie überall sonst auch. Der Haken liegt aber eben nicht nur im Ort des Lernens, sondern vor allem in der Art!

Markern, markern, markern

Studenten lieben es, weil es das Gefühl von Struktur und Aktivität vermittelt. Dozenten verteufeln es, weil damit Niemandem geholfen ist. Die Anstreichungen mit Textmarkern sind sinnvoll, weil (hoffentlich) schon mal das Wichtigste markiert wird. Leider bleibt es aber zu oft nur beim Anstreichen. Denn eigentlich wurde damit noch nicht viel aus dem Text mitgenommen. Erst, wenn die Grundideen und Argumente in eigenen Worten formuliert werden können, wurde der Inhalt verstanden. Das nachträgliche Aufschreiben der Formulierungen hilft zusätzlich beim Einprägen und Lernen.

Sieht süß aus, macht aber alles nur komplizierter!

Lerntypen

„Ich bin aber ein auditiver Lerntyp! Ich lerne beim  Zuhören und Aufsagen besser!“, schreien jetzt die ersten. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, an dem alle einmal „Adieu!“ zu Lerntypen sagen können! Das Konzept, nach dem jeder eine stärker ausgeprägte Lernform hat (auditiv, visuell, kommunikativ, motorisch), die dann für effizienteres Lernen angewendet werden sollte, ist nämlich überholt! Ob in der Schule oder im Internet – jeder hat sicherlich schon mal so einen Test gemacht und sich im Ergebnis wiedererkannt. Nach der Wissenschaft soll das aber nur ein aufgedrückter Stempel sein, der ein wirklich wirkungsvolles Lernen hemmt. Wer sich genauer damit beschäftigen möchte, kann sich hier eine Studie dazu ansehen und gleich mal seine Skills in Textverständnis und Notizenmachen üben!

Alle Regeln für den visuellen Lerntyp befolgt und trotzdem am Verzweifeln? Dann probiere mehr aus!

In der Vielfalt liegt die Würze

Um das Lernen wirklich auf das nächste Level zu bringen, sollten so viele Ressourcen und Varianten wie möglich genutzt werden. Das bringt nicht nur Abwechslung in eine sonst eher öde Tätigkeit, sondern hilft vor allem enorm beim Verständnis und Einprägen von Lerninhalten. Mehrmals am Tag sollte man die Methode wechseln, um das Gehirn fit zu halten. Hier ein paar Vorschläge:

  • Zusammenfassungen und Detailerklärungen auf Youtube: Es gibt ein paar wirklich gute Kanäle, die schwierige Inhalte anschaulich und humorvoll erklären.
  • Lerngruppen: Versteht ihr etwas nicht? Lasst es euch erklären. Versteht jemand anderes etwas nicht? Erklärt es. So könnt ihr neue Sachverhalte lernen und bereits angeeignetes Wissen durch das Wiederholen festigen.
  • Andere Texte nutzen: Ergänzende Literatur oder einfach formulierte Arbeiten können beim Verständnis helfen, das Wissen festigen und den Wissenshorizont erweitern. Letzteres kommt bekanntlich gut bei Dozenten an!
  • Romane zum Thema: Hier ist Vorsicht geboten, da Realität und Fiktion auseinandergehalten werden müssen. Aber genau das kann eine gute Übung sein, um Bekanntes zu entdecken und neue Informationen zu recherchieren.
  • Digital und manuell abwechseln: Das stundenlange Starren auf den Bildschirm ist genauso anstrengend wie das ständige Bücherlesen. Das Wechseln des Mediums ist eine kleine Hilfe – vor allem, wenn der Blick zwischendurch für ein paar Minuten aus dem Fenster geht.

In der Gruppe kannst du verschiedene Methoden ausprobieren: Austausch, Abfragen, Vorlesen lassen, Prüfungssimulationen, …

In die Bibliothek gehen ist also nicht verkehrt. Aber wirklich wichtig ist das Abwechseln von Methoden, um das Lernen so erträglich und wirkungsvoll wie möglich zu gestalten.

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