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Sexismusdebatte: Die Chemie stimmt nicht

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Die Hintergründe: Am 14. Dezember fand im Hörsaal in der Albert-Einstein-Straße 3a die Weihnachtsvorlesung der Chemiker statt. Diese Vorlesung hat lange Tradition und verbindet weihnachtliche Stimmung mit chemischen Experimenten. Dieses Jahr kam es im Anschluss (und währenddessen) an diese Vorlesung jedoch zu einem Aufschrei einiger Studenten und des AStA. Denn Prof. Dr. Christian Vogel wurde vorgeworfen, seine Vorlesung mit sexistischen Kommentaren zu spicken. Daraufhin entbrannte in den Kommentaren bei Facebook natürlich eine Diskussion über Sexismus, Satire und die Person des Prof. Dr. Vogel selbst.

Screenshot aus der Facebookdiskussion
Screenshot aus der Facebookdiskussion

Screenshot aus der Facebookdiskussion
Screenshot aus der Facebookdiskussion

Zunächst möchten wir sagen, dass wir es etwas bedenklich finden, die Diskussion sofort auf Facebook zu verlegen. Ganz besonders, ohne vorher mit Prof. Dr. Vogel zu sprechen. Die Begründung, eine Entschuldigung/Einordnung reiche nicht und man wolle weitere Instanzen mit einbeziehen (siehe Facebook), ist insofern redundant, als dass man sich dann bei Facebook dazu äußert und sich das Thema sofort bis in die Regionalpresse verbreitet.
Screenshot der OZ-Berichterstattung
Screenshot der OZ-Berichterstattung

Wir von StudentsStudents durften bei der Aussprache am Montag, den 19. Dezember, dabei sein, um euch informieren zu können. Dabei führte Prof. Dr. Vogel auch seine Vorlesung noch einmal in kleinerem Rahmen und im Schnelldurchlauf vor. Es war für uns und die anderen Anwesenden sehr schnell klar, warum sich einige Zuhörer von den Darstellungen und Aussagen angegriffen fühlten. Was von Prof. Dr. Vogel als Satire geplant war, wurde leider immer wieder undeutlich, als es dann scheinbar doch zu Meinungsäußerungen kam.
Ein Fall wurde besonders bei Facebook hervorgehoben: Bei einem Bild von Frauen in Hotpants wurde von Prof. Dr. Vogel kommentiert, dass Jungs doch bei so einem Anblick gar nicht mehr wissen, wo sie ihre Hände lassen sollen. Dr. Vogel betont, dass dies eine bewusst provokative Darstellung sei, die die gesellschaftlichen Probleme hervorheben sollte. Leider muss man sagen, dass dies nicht absolut deutlich werden konnte in der Flut der vielen weiteren fragwürdigen Darstellungen- zum Beispiel von Frau Merkel mit tiefem Dekolletee und einer gleichzeitigen Kritik an ihrer Politik.
Alle bei der Aussprache Anwesenden einigten sich letztlich darauf, dass die Universität ihre Werte erneut betonen sollte. Die Universität Rostock steht für Weltoffenheit, Gleichberechtigung und Antidiskriminierung. Dem schließt sich Prof. Dr. Vogel selbstverständlich an und er betont, dass er niemanden angreifen wollte.
Wir wollen unseren Beitrag mit zwei Hinweisen beenden:
Erstens hat der AStA jederzeit ein offenes Ohr für euch. Speziell für das Thema Diskriminierung gibt es eine Mail-Adresse (gleichstellung.asta@uni-rostock.de). Dort könnt ihr auch ganz anonym berichten, falls euch im Bezug auf Prof. Dr. Vogel oder auch anderen Dozierenden oder Studierenden unwohl oder angegriffen fühlt.
Zweitens müssen sich alle Beteiligten etwas in Erinnerung rufen: Wenn dir jemand sagt, du hättest ihn verletzt, liegt es nicht an dir zu entscheiden, dass es nicht so war. Eine unrefkletierte, sofortige Verteufelung Prof. Dr. Vogels zeugt nicht von gutem Stil, ebenso wenig, wie die vielen Opfer sexueller Gewalt mit einem unbedachten (und nicht witzigen) Kommentar lächerlich zu machen. Wir hoffen sehr, dass sich den schwierigen Themen Sexismus, Satire und Meinungsäußerung ab sofort wieder etwas ruhiger gewidmet wird.

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