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WLAN am Strand von Warnemünde? Rostocker Studierende prüfen Sinn

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Rund 70 Hotspots von Kabel Deutschland gibt es derzeit in Rostock. Bei den meisten handelt es sich um Indoor- oder Homespots, mit denen Friseursalons oder Cafés ihren Gästen WLAN ermöglichen. Fünf davon sind öffentliche Hotspots der sogenannten „WLAN-Offensive“ von Kabel Deutschland. Am Dobi, am Stadthafen (Am Strande), in der Georginenstraße 11, am Universitätsplatz und in der Heinrich-Heine-Straße in Warnemünde können sowohl Einheimische als auch Touristen 30 Minuten täglich kostenlos WLAN nutzen. Die 35.000 Rostocker Kabel-Deutschland-Kunden können so sogar 24 Stunden lang bei 100 Mbit/s surfen – vom Verteilerkasten aus in einem Radius von 150 Metern.
Oberbürgermeister Roland Methling ist stolz auf diese fortschrittliche Entwicklung – schließlich wollen auch 400.000 Kreuzfahrtgäste mobil ins Netz. 100 sind durchschnittlich am Tag am Neuen Markt online. Deshalb hat er mehr vor. User im Netz wünschen den Touristen und besonders den Kreuzfahrtgästen Hotspots am Leuchtturm in Warnemünde oder am Passagierkai – denn um den Hotspot in der Heinrich-Heine-Straße überhaupt zu finden, braucht der Tourist bereits Google Maps (alternativ dann die Stadtkarte). Dass da die Tourist-Info ist, weiß er auch dann erst.
Ist das die Zukunft? WLAN überall, für alle, kostenfrei? Deutschland und Ungarn sind derzeit die Schlusslichter, was Preise für mobiles Datenvolumen angeht. Während die Finnen für 35 Euro monatlich 50 GB bekommen, ist es bei uns durchschnittlich nur einer. Damit liegen wir deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 5 GB.

WLAN am Strand?

Das Institut für Medienforschung der Uni Rostock hat nun eine Studie durchgeführt und versucht zu ermitteln, ob sich WLAN in allen öffentlichen Räumen lohnen würde – und das Beispiel Strand in Warnemünde gewählt. Im Studiengang Kommunikations- und Medienwissenschaften haben vier Master-Studentinnen eine Umfrage zur dortigen Nutzung mobiler Medien durchgeführt. 216 Strandbesucher nahmen teil.

Eine Studierende bei der Befragung von Strandbesuchern.  Foto: Franziska Apfel
Eine Studierende bei der Befragung von Strandbesuchern.
Foto: Franziska Apfel

Die Ergebnisse: Der Strand ist eine „Entschleunigungsinsel“ – hier nutzen zwar immer noch alle Besucher, wie im Alltag, am meisten das Smartphone (im Gegensatz zum Laptop, Buch, Radio, Mp3-Player, Tablet,…) – aber deutlich weniger. Warum das so ist, geht aus der Umfrage hervor: Hitze, Sand, Empfang, Sonnencreme, Diebstahlgefahr und Akkulaufzeit erschweren die Nutzung. Hinzu kommt, dass Strandspiele, Baden und verbale Unterhaltungen häufigere Aktivitäten am Strand sind als das Surfen im Internet.
Ein Hotspot würde mit dem Empfang nur einen Faktor von vielen verbessern. Bevor also der Strand zum öffentlichen Hotspot wird, müsste eingehender geprüft werden, ob sich die Installation lohnt – oder ob der Strand nicht einfach weiterhin eine (vielleicht sogar bewusste) Entschleunigungsinsel bleiben sollte.
 

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