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Spender suchen – viel Geld, viel Arbeit?

Ihr kennt sie sicher auch: junge Leute, die einen in der Fußgängerzone anquatschen und überzeugen wollen, eine Unterschrift zu setzen. Oft sind sie selbst Studierende, die das wegen des Geldes tun. 50 Euro pro Tag und zusätzlich eine Prämie pro neu beworbenes Mitglied, Basislohn ab 1 300 Euro. Klingt nicht übel.
Sogenannte „DialogerInnen“ setzen sich scheinbar für Umweltschutz, Menschenrechte oder soziale Arbeit ein. Es gibt Vorschriften, die sie einhalten müssen, wie zum Beispiel, sich den Passanten nicht in den Weg zu stellen, Körperkontakt zu vermeiden, weder zu rauchen, noch am Handy zu spielen, geschweige denn negative Bemerkungen in der Öffentlichkeit zu äußern.
Doch warum werden gezielt Studierende angesprochen, die doch selbst kein eigenes regelmäßiges Einkommen haben? Vor der Mensa oder direkt auf dem Campus einen Stand aufzubauen, kann ja kein Zufall sein.
Eigentlich sollen Menschen als Förderungsmitglieder gefunden werden, denen es nicht wehtut, etwas abzugeben. Und darum geht es nämlich: einmalige Spenden sind gar nicht möglich. Es muss immer gleich eine Mitgliedschaft, bei der man mindestens 60 Euro im Jahr spendet, abgeschlossen werden.

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Was oft wenig eindeutig ist: die Leute am Stand kommen gar nicht von Amnesty International, dem Deutschen Roten Kreuz oder WWF selbst. Sie arbeiten im Auftrag von Firmen wie „DialogDirect“, was nur an dem Namensschild auf ihrer Brust ersichtlich wird. Kriterium für solche Stände ist, dass ein reger Publikumsverkehr herrscht in Städten mit mindestens 100 000 Einwohnern.
Solche Förderungsmitgliedschaften auf der Straße abzuschließen, ist in manchen Städten aber sogar verboten. Lediglich Informieren ist erlaubt. Warum man sie trotzdem so oft sieht: Ordnungsämter kommen bei Kontrollen nicht hinterher.
Viele Studierende, die selbst mal an so einem Stand gearbeitet haben, klagen darüber, dass sie gekündigt wurden, weil sie zu wenige neue Mitglieder gewonnen haben und bis dahin unter enormen Druck standen. Weiterhin werden 6 Tage die Woche 10 Stunden am Tag gearbeitet um eben das zu verhindern.
Anderen macht genau das Spaß an diesem Job: unterwegs sein und dafür viel Geld zu verdienen, dass man mit Leuten redet. Doch viele Passanten bleiben gar nicht erst stehen oder haben wenig Interesse an dem, was derjenige gerade zum hundertsten Mal erklärt. Mut und keine Angst vor Ablehnung sind also Grundvoraussetzungen.
Habt ihr schon Erfahrungen mit solchen Jobs gemacht? Wie seriös findet ihr sie?

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