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Schienenersatzverkehr Rostock: Umwege für Studenten

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Seit Samstag ist die S-Bahnstrecke zwischen Marienehe und Warnemünde wie schon im letzten Jahr für fast einen Monat gesperrt. Viele Studenten, die nicht in der Rostocker Innenstadt, sondern in den nördlichen Stadtteilen wohnen, sind betroffen. Der Weg zur Uni wird umständlicher und vor allem länger.

Was ist da überhaupt los?

Grund für die Baumaßnahmen, die schon im November letzten Jahres begannen, ist die technische Modernisierung und Erneuerung des Warnemünder Bahnhofs. Um mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, wurden gleich noch andere Teile des Schienennetzes erneuert. Die Arbeiten konnten aber nicht wie geplant schon letztes Jahr abgeschlossen werden. Um den Rest zu erledigen – möglichst bevor die ersten Kreuzfahrtbesucher den S-Bahn-Verkehr in die Rostocker Innenstadt nutzen – ist die Strecke Marienehe-Warnemünde nochmals bis zum 31.03.2019 gesperrt.

Zuggleise Gleise
Zusätzlich zum Bahnhof werden auch Gleise, Weichen und Oberleitungen erneuert.

Die Situation letztes Jahr

Wer schon letztes Jahr den Schienenersatzverkehr mitmachen musste, wird sich an die katastrophalen Zustände erinnern. Die Reisebusse, die nicht barrierefrei waren und keinen Platz für Kinderwägen, Rollatoren, etc. boten, kamen oftmals unpünktlich an den Haltestellen an. Grund dafür: die Umleitung über die Stadtautobahn. Gerade zu Hauptverkehrszeiten ist die natürlich stark befahren und ließ den Bus nur mäßig gut vorankommen.

Und dann die Haltestellensituation in Marienehe! Da freute sich der bereits genervte Student, dass der Zug noch steht und wollte möglichst schnell aus dem Bus hechten, um pünktlich zur Uni zu kommen. Schnell funktionierte aber nicht. Denn der Bus hielt auf dem Parkplatz hinter der Straßenbahnhaltestelle. Und ja, dort parken bekanntlich auch andere Autos, die dann schon mal im Weg stehen.

Die Haltestellensituation letztes Jahr in Marienehe war nicht komplett durchdacht!

Umgekehrt wollte der immer noch genervte Student auch schnell wieder nach Hause. Um den Ersatzbus zu erwischen hat er sich dann mit allen anderen Gästen auf der Fahrt vom Hauptbahnhof nach Marienehe in vermeintlich weiser Voraussicht in das letzte Abteil gequetscht – ohne Rücksicht auf Verluste. Denn von dort aus hatte man in Marienehe angekommen den kürzesten Weg zum Bus. Blöd nur, wenn jeder beim Rausstürmen der Erste sein möchte und sich dann alle nur auf die Füße treten und sich anrempeln.

Aus Fehlern wurde gelernt

Auch wenn vor der jetzigen Sperrung schon Änderungen beim Schienenersatzverkehr angekündigt wurden, blieb die Unsicherheit, ob es denn wirklich besser wird. Aber bisher sieht tatsächlich alles gut aus.

Die Busse sind barrierefrei und bieten genügen Platz für Fahrräder, Rollatoren und Kinderwägen. Zudem wurde die Streckenführung geändert. Die Stadtautobahn wird zumindest auf der Kreuzung in Richtung Marienehe nicht mehr befahren. Dafür geht es nun direkt über die Marieneher Straße und die Hundsburgallee zum Bahnhof Evershagen. Verspätungen gibt es so kaum noch und der 15-Minuten-Takt der Busse ist auf den S-Bahn-Verkehr abgestimmt, sodass auch der Umstieg angenehm ist.

Das hebt natürlich die allgemeine Stimmung der Fahrgäste. Die Menschen wissen, dass sie ihre Anbindung erwischen, und sind gleich viel entspannter, weniger hektisch und gereizt.

Darauf solltet ihr aber dennoch achten

Damit die neue Umleitung auch funktioniert, musste der Haltepunkt für die Ersatzbusse verlegt werden. Der Einstieg ist nun an der Sporthalle, also linker Hand, wenn ihr die Treppen am Bahnhof Marienehe hochgeht. Nicht mehr auf der rechten Seite bei den Straßenbahnen. Leider ist das nicht ausgeschildert. Bei Unsicherheiten, wo es denn nun lang geht, folgt einfach dem Menschenstrom.

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Dieses Mal fahren die Busse vor der Fiete-Reder-Halle ab.

Und auch wenn die Anbindungen nun besser geregelt und zu erreichen sind, solltet ihr auf jeden Fall mehr Zeit für eure Wege zur Uni und wieder zurück einplanen. Das ist nervig, lässt sich aber nicht ändern. Busse sind nun einmal nicht so fix wie Züge und zu Verzögerungen kann es trotzdem immer mal kommen, wie im normalen öffentlichen Verkehr eben auch.

Was sind eure Erfahrungen bisher mit dem Schienenersatzverkehr? Habt ihr vielleicht andere Alternativen gefunden wie Fahrgemeinschaften oder den guten alten Drahtesel?

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