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Wenn schon Winter, dann richtig! – Schnee, wo bleibst du?

Mit Sicherheit werden sich die meisten Autofahrer unter euch jetzt ihren Teil dazu denken. Aber mal im Ernst: Was ist der Winter schon ohne die weißen Flocken? Kalt, karg und grau. Weitere Attribute wollen einem da wirklich nicht einfallen. Wenn man also schon nicht am schönsten Ort der Erde am Strand liegen kann, ohne sich eine dicke Erkältung einzuholen, sollte der Winter wenigstens seine Trumpfkarten ausspielen, um zu überzeugen! Selbst Autofahrer sollten das so sehen.

Kennt ihr das?

Ihr wacht morgens auf, schiebt vom Schlaf zerfressen das Rollo hoch. Gleißendes Sonnenlicht brennt sich auf eurer Netzhaut nieder und ihr werdet geblendet von einer Reflexion der weißen Übermacht. Tatsächlich, es hat geschneit! Ein wunderbares Gefühl. Nicht nur damals in der Kindheit, sondern ganz allgemein. Noch besser ist es dann, der Allererste zu sein, der seine Fußstapfen in den noch unberührten Schnee drückt. Leise knirscht es, die Flocken legen sich behutsam auf die weiße Decke nieder und die Welt scheint für eine kurze Weile still zu stehen.

Ein kurzer Exkurs

Mittlerweile kommen diese Momente leider nur noch viel zu selten vor. Der letzte richtige Winter in Rostock (mit Schnee, Eis und Sondergleichen) ist – zumindest gefühlt – schon wieder einige Jahre her. 2010 zum Beispiel, war die halbe Stadt zugeschneit, sodass selbst Busse nur noch bedingt fuhren. Da hat man schon mal ‘ne gute Stunde gebraucht, um von A nach B zu kommen, wofür man bei sonstigen Wetterbedingungen gerade einmal 10 Minuten gebraucht hätte. Noch härter hingegen, war der Winter in Rostock von 1962/63. Durch Polarluft, die am 19. Dezember nach Rostock zog, kühlte sich die Luft auf fast -20 Grad Celsius ab. Die Kälte hielt so lange ein, dass sogar die Ostsee gefror und einige Menschen die Chance nutzten, um gen Westen zu fliehen.

Früher war alles besser

Mit so einer Kälte ist heutzutage fast gar nicht mehr zu rechnen. Ohnehin verschieben sich die Jahreszeiten gefühlt von Jahr zu Jahr immer weiter. Ein kleiner Schneesturm im Mai ist da schon fast keine Besonderheit mehr. Um es mit einem Augenzwinkern zu sagen: Früher hätt’s sowas nicht gegeben, da war alles viel besser! Da hat es wenigstens zu den vorgeschriebenen Zeiten geschneit – da wussten alle Bescheid! Aber vielleicht ist es auch ein wenig zu altmodisch, eine weiße Weihnacht erleben zu wollen und sich im Winter einer gepflegten Rodelpartie hingeben zu wollen.

Der Wunsch nach dem Schnee – der Personifizierung von Stillstand; der fleischgewordenen Entschleunigung in dieser doch so schnelllebigen Zeit – bleibt jedoch bestehen. Bis Februar hat er schließlich auch noch Zeit, uns zu besuchen.  Danach braucht er auch nicht mehr aufzutauchen. Hoffen wir also das Beste.

Dass er zu Weihnachten jedoch nicht anwesend war, gibt einen dicken Eintrag ins Klassenheft!

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