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Eine Wahrheit aus Rostock:
Der Weihnachtsmarkt ist die Hölle

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Endlich wieder Weihnachtsmarkt, wird sich der ein oder andere denken. Schon nächste Woche ist es soweit, am Montag, dem 26.11., ist der Rostocker Weihnachtsmarkt wieder für Besucher geöffnet. Oder wie man auch sagen könnten: In der Weihnachtshölle ist wieder Tag der offenen Tür.

Gebrannte Mandeln und abgebrannte Eltern

Während man früher noch den Fährmann bezahlen musste (wer jetzt an Schalke 04 denkt, sollte ganz schnell ein Buch zur Hand nehmen), um in die Unterwelt zu gelangen, reicht heute schon ein Gang in die Kröpeliner Straße. Hunderte, gar tausende Menschen drängen sich auf engstem Raum aufeinander und wollen sich partout an keine Regeln halten. Rechtsfahrgebot in Deutschland? Quatsch, ich will da jetzt lang! Rücksicht auf den nachfolgenden Verkehr? Äh nein, ich will jetzt aber dort stehen, wo die anderen sich bewegen. Blinker setzen? Wieso, was geht die anderen das an, wenn ich urplötzlich stehenbleibe?

Heißer Glühwein und unterkühlte Fremde

Dass Glühweintrinken eine geile Sache ist, ist unhinterfragt (ist es nicht, viele Menschen mögen gar keinen Glühwein). Aber niemand spricht über die lebensgefährlichen Umstände, die damit einhergehen. Diese heiße Brühe schwappt nämlich ziemlich schnell über und verbrennt dann die Haut auf Lebenszeit. Alles regulieren wir in Deutschland: Straßen, Rasenlänge und kritische Aussagen gegenüber Bayern München, aber wir können problemlos mit diesem Kampfstoff umherlaufen und Menschen gefährden.

Spuckattacken und fliegende Smartphones

Fast hätten wir „Handy“ geschrieben, weil wir schon vor 20 Jahren auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt gelitten haben und daher alt (richtig alt) sind, aus der Zeit kommen, in der man noch „Handy“ sagte. Was sich seit damals nicht geändert hat: Die Leute spucken noch immer vom Riesenrad auf den Neuen Markt herunter und damit auf ahnungslose Faszinierte, die ganz aufgeregt zum Nebenmann sagen: „Du, ich glaub‘ ich hab‘ einen Tropfen abbekommen, es regnet gleich.“ Dass das kein Regen ist, verdrängen die meisten lieber. Im Jahr 2018 gibt es  nämlich noch furchtbarere Dinge als Spucke vom Himmel: Selfie-Idioten, die ihr Handy – äh, ihr Smartphone fallen lassen, während sie auf dem Riesenrad oder dem Kettenkarussel ein (hundert) Foto(s) machen müssen. Obwohl man sagen muss, ob man nun von einem iPhone erschlagen wird oder von einem Dieselwagen überfahren wird – beide Todesarten sind ähnlich viel wert. Wichtigster Unterschied: Diesel-Autos fallen nicht vom Riesenrad.

Robin Hood und Kevins auf Zucker

Offensichtlicher wird es nicht: Auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt wird geschossen und mit spitzen Pfeilen geworfen! Wer geht denn da freiwillig lang? Schön, dass Opa Alfred früher mal auf Enten geschossen hat, aber kann er heute überhaupt noch die arme Dame hinter dem Tresen sehen? Und lasst uns gar nicht erst von Kevin anfangen, der denkt, dass sei ja alles genau wie bei Fortnite. An alle Kevins: Hört auf zu tanzen, hier wollen Leute sicher nach Hause kommen!

Einfach nur nach Hause wollen

Zu den Stoßzeiten kann man die Rostocker Innenstadt nur meiden. Wer vielleicht schnell zu Hugendubel möchte, um ein Buch für den Abend zu erstehen, wer noch fix ein Geschenk für Oma kaufen will (mit Opa Alfred als Partner kann sie es gebrauchen) oder wer einfach nur von A nach B muss, der ist angeschmiert. Nicht nur, dass die Menschen sich zusammenrotten, den Weg versperren und dich mit Glühwein bekleckern, du triffst auch noch ständig Leute, die du kennst. Ganz toll. Aus „nur schnell“ wird plötzlich „wie geht es dir so?“ und „ach das mit Kevin ist vorbei?“ (oder natürlich Kevina, wir haben das mit dem Gendern nicht vergessen wollen). Wenn man es dann endlich ins warme, menschenleere und glühweinfreie Zuhause schafft, dann warten bei Whatsapp noch 3 Nachrichten von Verrückten, die fragen, wann ihr endlich zusammen auf den Weihnachtsmarkt geht. Vielleicht hört ihr einfach auf, euch Ausreden auszudenken und antwortet ab sofort: In der Hölle lande ich noch früh genug.

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