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Neue Regeln in der Bib:
Uni Rostock setzt Lernpolizei ein – Exmatrikulationen drohen

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Kaum zu glauben, was die Uni Rostock am gestrigen Montag beschlossen hat: Eine Lernpolizei, die die Arbeitsweise der Studenten in den Bibliotheken kontrollieren soll. Angeblich sei ein Großteil der Studenten zu sehr damit beschäftigt, sich vom Lernen abzulenken, als sich konstruktiv auf die Prüfungen vorzubereiten. Dieses Verhalten widerspräche den Werten unserer Uni. Wir erklären euch, was euch nun erwartet.

Initiator der Lernpolizei: Dr. Rainer Schwindel

Traditio et Innovatio lautet das Motto der Uni Rostock, deren Beletage sich nun Gedanken über diesen Spruch gemacht hat und diesen wie folgt interpretiert: „Tradition bedeutet an der Uni, lernen für die Wissenschaft. Das geschieht immer ineffektiver. Darum sind wir nun innovativ geworden und haben die Lernpolizei eingeführt.“ Der Initiator dieses Konzeptes hört auf den wundervollen Namen Dr. Rainer Schwindel.

„In den eigenen vier Wänden können Studenten tun und lassen, was sie wollen. Aber sobald sie ein universitäres Gebäude betreten, haben sie sich dementsprechend zu verhalten“, sagt Schwindel. So sei die Bib nicht dafür da, um irgendwelche Online-Games zu spielen oder das kostenlose, schnelle Internet für Zwecke zu nutzen, die nichts mit der Uni zu tun haben. Genau hier läge der Hund begraben: „Mit derlei Verhalten werden Studenten, die gewillt sind, zu lernen und die Räumlichkeiten wirklich dringend brauchen, daran gehindert, zu arbeiten und sich ihren Ambitionen entsprechend zu bilden.“ 

Niemand wird in Handschellen gelegt – zumindest nicht wortwörtlich.

Am 23.7. soll die Lernpolizei ihre Arbeit aufnehmen. Es werden Ermahnungen verteilt, sobald Studenten nicht fokussiert ihrer Arbeit nachgehen. Name und Matrikelnummer werden in diesem Fall notiert. Bei dreimaligem Erwischen wird ein Exmatrikulationsverfahren eingeleitet. Betroffene bekommen eine Mail, in der sie dazu aufgefordert werden, sich im Grünen Ungeheuer einzufinden. Hier wird ein psychologisches Gespräch mit ihnen geführt, um zu diagnostizieren, ob die Person den Werten der Uni entspricht. Ist dies nur mäßig oder gänzlich nicht der Fall, sind die Studenten dazu verpflichtet, fortan mehrmals in der Woche einem Aufbaukurs beizuwohnen, in denen den Studierenden beigebracht wird, wie sie sich in ihrem Studium zu verhalten haben, um dem archetypischen Studenten zu entsprechen. Mit anderen Worten: Wer ist es wert, anhand theoretischer Kriterien, zu studieren und wer nicht? 

Das Transitzentrum der Uni. Hier haben sich alle betroffenen einzufinden.

Sollte der Student auffällig werden oder dem Aufbaukurs fernbleiben, kommt es zur dritten Stufe des Exmatrikulationsverfahrens – einem abschließenden Gespräch. Wird in diesem abermals die Unwürdigkeit zu studieren, diagnostiziert, tritt die Exmatrikulation in Kraft. Der Student hat die Uni zu verlassen, egal, ob er sich erfolgreich im letzten Semester befindet oder nicht. Dein Studium hat sich in diesem Fall erledigt. Bundesinnenminister Horst Seehofer findet dieses Konzept vorbildlich und stattet zu diesem Anlass unserer Uni am kommenden Montag einen Besuch ab, um im Audimax eine Rede zu halten (HIER geht’s zur Veranstaltung).

Hoffen wir, dass dieser Student, das Uni-Internet nicht missbraucht.

Die Intention dahinter: „Die Lernpolizei soll sogenannten Arbeitsflüchtlingen entgegenwirken, die nur studieren, um möglichst lange auf Staatskosten ein entspanntes Leben zu führen und dadurch anderen die Studienplätze wegnehmen. Keiner will diese Studenten, da sie nicht die nötigen Kompetenzen mitbringen. Die Uni ist kein soziales Auffanglager, sondern bildet unsere deutsche Zukunft aus.“

Arbeitsflüchtlinge. Ein geschmackloser Terminus, findet auch Anne S. Atiré, die Sprecherin, der sich postum organisierten Anti-Lernpolizei-Kampagne Students Welcome. Sie lässt verlauten, dass keine Intervention gefragt ist, sondern Prävention.

Wissen käme weder vom Himmel gefallen, noch resultiere es daraus, Dinge auswendig zu lernen. Bildung müsse erfahrbar und für jeden zugänglich gemacht werden – ohne Freiheitseinschränkungen, ohne Diktat oder Zensur, ohne finanzielle oder kulturelle Barrieren. Es müsse ein Gut für alle Menschen sein, um ihre Stimme geltend zu machen und die Macht zu haben, sich und andere aufzuklären. Keine Lernpolizei dieser Welt würde es auch nur im Ansatz schaffen, durch Repressionen ein Ziel zu erreichen, das der Uni hilft. Die Lösung sei keine Ausgrenzung, sondern ein Verständnis für die Welt des anderen und eine daraus resultierende konstruktive Hilfe, Kompetenzen zu erlangen, die das Studium erfolgreich machen. Nur so würden Probleme erkannt und beseitigt werden. „Die Uni benötigt keine Autoritäten, sondern Weisheit“, so Atiré.

Anne S. Atiré – Sprecherin von Students Welcome

Letztendlich gehöre es sich ebenso für einen intelligenten Menschen, abstruse Vorgänge oder Quellen zu hinterfragen und nicht alles zu glauben, was ihm so aufgetischt wird – nur, weil es einfacher ist, sich nicht mit dem tatsächlichen Wahrheitsgehalt auseinanderzusetzen. „Greift nicht zu den Fackeln und Forken, sondern haltet lieber kurz inne und benutzt euren Verstand!“, fordert Atiré.

Wir hoffen, ihr habt bis zum Ende gelesen und seid keine voreiligen Internetwüteriche, denen halbes Wissen zur Meinungsbildung genügt. Ihr werdet es wohl bereits erahnt haben: Dieser Artikel ist selbstverständlich von vorne bis hinten erstunken und erlogen. 

Viel Erfolg bei den Prüfungen!

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