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Die 8 häufigsten Sätze in der Prüfungsphase – und was sie wirklich bedeuten

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Jaja, wir wissen schon, dass ihr alle fleißige Bienchen voller Strebsamkeit und Ehrgeiz seid. Darum stammen folgende Sätze sicherlich nicht aus eurem Mund, dennoch dürften sie euch geläufig sein, denn sie schwirren unüberhörbar in Mensa und Bib umher. Für euch ist nur wichtig, zu wissen, was jene Sätze bedeuten, um möglichst emphatisch antworten zu können.

Platz 8: „Ich brauche das in der Prüfungsphase einfach.“

Die Prüfungsphase ist wie eine Messerspitze Kot…dabei will man nur Nutella.

Gemeint ist damit: eimerweise Ben & Jerry´s zu essen; sich lange Schlafpausen zu gönnen; plötzlich für das lernnotwendige Feng Shui die komplette WG aufzuräumen; anfangen zu rauchen; die Socken nach Farbe zu sortieren; die Wäsche der Mitbewohner zu bügeln; ein Abo bei Netflix abzuschließen; sich in der Muckibude anzumelden; ein neues Hobby zu finden; dies und das zu reparieren (…). Was das bedeutet: „Hilf mir, ich muss lernen!“

Platz 7: „Ich hab’ kaum gelernt für die Prüfung.“

Das V steht für Vendetta – falls sie die Prüfung nicht packt.

Stimmt nicht. Das ist lediglich eine Absicherung für den Fall, dass man die Prüfung verkackt. Man selbst weiß: „Oh Gott, wenn ich das Ding verhaue, lerne ich nie wieder.“ In Wirklichkeit hat dieser Student sich in einem mentalen Wald voller flüsternder Stimmen, die dich in der Lernphase zur Prokrastination animieren wollten, größte Mühe beim Lernen gegeben. Ergebnis: offen.

Platz 6: „Hast du zufällig die Klausurfragen vom letzten Jahr – zum Üben?“

Der kluge Student hat Vorarbeiter.

Dieser Student hat das Semester über weder mitgeschrieben noch aufgepasst. Er könnte die Folien und Texte ausarbeiten, doch dafür fehlt Zeit und Lust. Darum fragt er sich durch die Teilnehmerliste bei Stud.IP. Der Nachsatz „zum Üben“ ist der Denkmantel seiner Faulheit, denn eigentlich setzt er auf das mühelose Erhalten einer maximalen Minimierung des Lernstoffes – ob nun in Form der Klausurfragen (Jackpot) oder einer anschaulichen Lernübersicht (Minimum).

Platz 5: „Sollte gereicht haben.“

Der Strudel der Wissenschaft: Am Ende wartet ein Topf voll Gold – vielleicht.

Die Antwort auf eine populäre Frage: „Und? Wie liefs?“ Dieser Frage folgt in den meisten Fällen Understatement. Da will niemand zu euphorisch klingen, denn was ist, wenn man sich komplett falsch einschätzt und einen Monat später auf Nachfrage konsterniert antworten muss: „Joar, scheiße…durchgefallen.“ ‚Sollte gereicht haben‘ ist keine reflektierende Wertung der eigenen Leistung, sondern einfach eine Maßnahme der risikoarmen Neutralisierung. Am Ende wird es anstelle einer 4,0 meistens etwas im Bereich ‚gut‘ bis ‚sehr gut’.

Platz 4: „Ich bin so froh, wenn das alles vorbei ist.“

Die Kette dieser jungen Dame steht sinnbildlich für die gefühlte Dauer der Lernphase.

Eigentlich lässt dieser Satz keine weiteren Fragen offen. Doch halt: In dieser Aussage steckt tiefgreifenderer Frust, als man denkt. Die Sehnsucht nach einem Ende bezieht sich nicht auf die Prüfungen, sondern  auf das Studieren an sich. Hier hat jemand absolut keine Lust mehr, sich Jahr für Jahr in langweilige Vorlesungen und Seminare zu setzen, um sich dann wieder zu überwinden, sich mit irgendeiner Materie auseinanderzusetzen, die ihn eigentlich eh nicht interessiert. In der Prüfungsphase entlädt sich all der universitäre Frust, der sich das Semester über aufgestaut hat und bringt die Erkenntnis, dass die Uni nichts für diesen Studenten ist.

Platz 3: „Bist du in der Bib?“

Kein Lernstoff, sondern die Freizeitplanung.

Hier hat ein Student scheinbar Angst davor, allein mit der Lernerei zu sein. Geteiltes Leid ist halbes Leid und so. Das gibt mehr Sicherheit. Doch in Wirklichkeit geht es hier nicht um die Angst, alleine lernen zu müssen, sondern alleine Pause zu machen – das wäre ja langweilig. Mit wem sollte er sich von der Büffelei ablenken, mit wem die Auszeiten töricht in die Länge ziehen? Eben. Hier geht es nicht um die Suche nach Lernkameraden, sondern um die Suche nach Spielkameraden. Sozialer Kontakt ist derzeit nämlich Mangelware.

Platz 2: „Bock auf eine Pause in der Mensa?“

Ok…

Kurze Verschnaufpausen müssen sein, nur ist der Begriff „Pause“ ein Euphemismus für „Ich habe absolut keinen Bock mehr auf Lernen“. Es handelt sich hierbei um keine Auszeit vom ganzen Pauken, denn das hat bisweilen eh kaum stattgefunden. Diese „Pause“ ist schlicht eine weitere Form der Drückebergerei. Und schnell wird die oben gelistete Frage in die WhatsApp-Gruppe gehackt.

Platz 1: „Ich habe heute noch gar nichts geschafft.“

Puristisches Prokrastinieren: Dinge ausmalen.

Der vielleicht meist gesagteste Satz in der Prüfungsphase, der immer – wirklich immer – dann artikuliert wird, wenn ein Student auf einen ihm bekannten Kommilitonen stößt. Einerseits ist dieser Satz natürlich ein Ausdruck des Klagens über die eigene Unproduktivität, aber tatsächlich handelt es sich hierbei um eine versteckte Frage, die da lautet: „Geht es dir genauso wie mir oder muss ich mir ernsthaft Sorgen machen?“ Es ist die Suche nach Leidgenossen.

In der Lernphase gibt es schlussendlich nur einen einzigen Satz, der aus tiefstem Herzen ehrlich ist und keine weitere Bedeutung hat:

 „Lernen nervt!“

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