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#3 HRO-800: Der grausame Fluch der Teufelskuhle in den Rostocker Wallanlagen

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Hurra, unser wunderschönes Rostock feiert dieses Jahr seinen 800. Geburtstag. Für uns ist das ein schöner Anlass, um mal richtig tief in der Historien-Schatzkiste zu kramen und Euch jede Woche Montag eine geschichtliche Perle über unsere Hansestadt preiszugeben.

Heute haben wir für Euch eine waschechte Gruselgeschichte herausgekramt, mit der man später mal seine Enkelkinder erschrecken kann. Und sind wir ehrlich, Gruselgeschichten gehen einfach immer. Sie entstammt einer alten Rostocker Sage und spielt sich in den Wallanlagen ab. Wallanlagen? Das ist der grünbewachsene Teil an der Stadtmauer, der sich zwischen Bebeltower und Kröpeliner Tor erstreckt und in früheren Zeiten als Stadtbefestigungsanlage und Schutz vor Feinden diente. Tagsüber eine grüne Oase mitten in der Stadt, nachts jedoch wird euch niemand raten, den Heimweg vom Studentenkeller durch die Wallanlagen zu bestreiten. Aber warum nicht?

Tagsüber hui, nachts pfui.
Foto: hennilisettebusch auf Instagram

Es könnte an ein paar zwielichtigen Jugendlichen liegen, die in der Wallanlage nachts mit Drogen dealen. Viel wahrscheinlicher aber sind arme, verfluchte Menschenseelen, die dort ihr Unwesen treiben. Der Ort des Geschehens ist dabei ein trüber Tümpel, der sich inmitten der Rostocker Wallanlagen befindet: die sogenannte Teufelskuhle oder auch „Düwelskuhl“.

Ein teuflisch trüber Tümpel, der viele Geheimnisse birgt.
Foto: marcel_knaak auf Instagram

Der Sage nach habe hier vor unzähligen Jahrhunderten mal ein prunkvolles Schloss gestanden, das verwunschen wurde und samt seiner Bewohner im Erdboden versank. Zurück blieb lediglich eine dunkle Wassergrube. Es heißt, das Schloss würde in der Tiefe der Kuhle stehen, tief genug, dass noch nicht einmal die Türme herausragen, aber trotzdem so dicht unter der Oberfläche, dass die von Fischern ausgelegten Netze stets aufs Neue zerrissen.

Da ist das fiese, dunkle Ding.

Einmal im Jahr am 24. Juni, am sogenannten Johannistag, soll auf dem Wasser der Grube eine silberne Schüssel und ein silberner Löffel erscheinen, der aus dem Schloss entstammt. Stimmen munkeln, dass dies ebenfalls am Neujahrstag geschieht. Alle 1000 Jahre hingegen wird der Fluch für einen Abend aufgehoben und das Schloss steigt im strahlenden Glanz aus der morastigen Teufelskuhle hinauf. Die Bewohner sind für einen kurzen Moment frei und bevölkern die Wallanlagen in Rostock. Na, was sagt ihr, legen wir uns mal auf die Lauer?

Fast schon idyllisch, aber stille Wasser sind ja bekanntlich tief.
Foto: bartko reher antiquitäten

Und wenn ihr jetzt denkt, das alles ist schon creepy genug, dann haltet euch fest. Es wird sogar behauptet, dass die Teufelskuhle „unergründlich sei, mit der Ostsee in unmittelbarer Verbindung stehe und nie an Menge abnehme“. Deswegen ist die Statue am Rosengarten „Die Trinkende“ auch auf ewig dazu verdammt, aus ihrer Schüssel zu schlürfen, da das Wasser aus der teuflischen Grube niemals weniger wird. Und es wird tatsächlich noch spannender: Geocacher und mutige Abenteurer der heutigen Zeit vermuten auf dem Grund der Teufelskuhle eine Falltür zu einem Bunkersystem, das zu Zeiten des Krieges entstand, dann jedoch geflutet wurde. So viele Geheimnisse um eine kleine, trübe Grube – so macht Geschichte doch richtig Spaß.

„Die Trinkende“ – findet immer kein Ende beim Feiern.
Foto: lutzkunkel auf Instagram

Also, Taucherbrillen auf und rein in die Plürre, wir sind gespannt, was ihr berichtet oder ob auch ihr dann für immer verflucht und verwunschen seid. Wir hoffen nicht!

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1 Comment

  1. Klar, immer baden gehen. Wieso nicht Hot Spots und ein Kaffeeröster plus Home Brewing Art feat. DIY-Leatherworking-Ausstellung (mit akzentuierter maximalkörperkunst) kostenlos druff. Und ’ne Liste derer, die da immer so (ohne Taucherbrille) identifiziert werden. Tauchen, wo andere sterben gehen. Lasst der Kuhle doch etwas Würde, wenn Ihr schon „abschreibt“.

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