Informationsportal für Studierende in Rostock

Polylux, Nicki und Co.:
15 (fast) ausgestorbene Alltagsbegriffe der DDR

in Allgemein von
Facebookredditpinterestmail

Die meisten von uns sind wahrscheinlich nach der Wende geboren worden und viele von euch werden ihre Wurzeln womöglich in den alten Bundesländern haben. Doch das macht nichts, da könnt ihr ja nichts für. Umso interessanter könnte es für jene – pardon – „Wessis“ sein, mit uns gemeinsam über das Vokubular der Deutschen Demokratischen Republik zu schmunzeln. Einige der Begriffe werdet ihr vermutlich nicht kennen, andere haben es irgendwie geschafft, zu überleben.

#1 Polylux

Heute fragt der durch den imperialistischen Westen geprägte Student nach einem „Overheadprojektor“, bevor er sein Referat startet – zu DDR-Zeiten fragte er noch nach dem viel intelligenter klingenden Begriff „Polylux“. Mit der Wende kam halt auch die intellektuelle Verwahrlosung.

#2 Cellophantüte

Cello-was? Phantüte. Cellophantüte. Ein Plastiktütchen. Da wurden beispielsweise Süßigkeiten hineingefüllt und in einem der vielen Konsums verkauft. Konsum?

#3 Konsum

Ja, Konsum. Das ist so ein kleiner Tante-Emma-Laden. Ein Supermarkt, nur nicht so groß. Da gab es alles außer Bananen und sonstige Bückware. Bückware? Jetzt reicht’s aber. Was ist denn das schon wieder?

#4 Broiler

Mit goldbrauner, knuspriger Haut dreht er sich tropfend am Spieß. Zwar schon irgendwie gestorben, aber nicht ausgestorben – liebe Genossinnen und Genossen: der Broiler, ein leckeres Grillhähnchen.

#5 Anorak

Vor der Wende war der „Anorak“ eine fetzige Bezeichnung für eine gefütterte Winterjacke. Dieses Wort entspringt ursprünglich dem Sprachgebrauch der Inuit. Ein Beweis für die Weltoffenheit der Demokratischen Republik.

#6 Bückware

Diese Ware heißt so, weil man sich sprichwörtlich danach bücken musste – z.B. hinter die Ladentheke, wo es die Raritäten gab. Bückware gab es im Osten nämlich nicht so oft. Klingt irgendwie abfällig, war aber wat Feines. Jaja, in der DDR wusste man Lebensmittel noch zu wertschätzen.

#7 Nicki
Schönes Nicki hat dat Mädel an. – Foto: instagram @lurimuri

Wie heißt der Sohn von Mama Lauda? Nicki. Richtig. Hat mit dem ehemaligen durchgebrannten Rennfahrer aber nix zu tun. Mit „Nicki“ ist nämlich ein T-Shirt gemeint, wie der Klassenfeind sagen würde.

#8 Grilletta

Klare Sache, hierbei kann es sich nur um Rasierer handeln. Nö, dem ist nicht so. Grilletta (Plural: Grilletten) bezeichnet einen Hamburger. Wenn ihr also demnächst zu diesem kapitalistischen Massenschlachthaus namens McDonald´s pilgert, bestellt doch mal frech zwei Grilletten.

#9 Niethose

Im Osten hatte man ja nichts – nicht mal Jeans. Dafür jedoch Niethosen, die im Endeffekt das gleiche sind wie Jeans, nur eben viel fetziger.

#10 Winkelement
Foto: instagram @deanking_

Obacht, liebe BRDler: Dieses Wort liest sich Wink-Element. Schnell macht das ungeübte westliche Auge einen Fehler und liest Winkel-Element. Das ist natürlich Quatsch, denn hierbei handelt es sich um ein kleines Fähnchen, das man kräftig wedelte, um bei Großveranstaltungen zu zeigen, wie glücklich man hinter dem Eisernen Vorhang doch war.

#11 Sättigungsbeilage

Was für ein schnuckeliger Sammelbegriff für zu einer Speise angereichte Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Denn Fleisch allein reicht nicht, um satt zu werden. Da bedarf es schon die Sättigungsbeilage, um den Magen zu versiegeln.

#12 Knast

Damit ist kein Gefängnis gemeint, sondern der Hunger. Knurrt der Magen eines DDR-Bürgers, sagt er verzweifelt: „Ich hab Knast!“ Auf Westdeutsch: „Ich hab Hunger!“

#12 Kosmonaut

„Ich heb ab! Nichts hält mich am Boden. Alles blass und grau. Bin zu lange nicht geflogen…wie ein Kosmonaut.“ So hätte der Hit von Sido und Andreas Bourani geklungen, wenn die US of A die UdSSR nicht in die Knie gezwungen hätten. Nun heißt es leider „Astronaut“:

#13 Viertel sieben

Na, wie spät ist es? Die Lösung findet ihr auf der Abbildung der Uhr. Ein ewiges Verwirrspiel und Risiko für die Pünktlichkeit unserer westdeutschen Gäste.

#14 Puffmais

„Einmal zwei Karten für ,Die Geschichte vom kleinen Muck‘ und eine Tüte Puffmais, bitte!“ – „Da müssen se rüber ins Rotlichtviertel, junger Mann.“ Nicht ganz, denn Puffmais hat nichts mit leichten Mädchen zu tun, sondern ist der damalige Name des heutigen Popcorns – klingt genauso pervers.

#15 Flebben

„Scheiße, Flebben wech. Haben mich bei Rot geblitzt, die Schweine.“ Gemeint ist der Führerschein. Ein gängiger Slang-Begriff der ostdeutschen Jugend.

Es gäbe noch unzählige weitere, fast vergessene Begriffe aus der DDR. Doch irgendwann ist auch mal Schluss. Wenn Euch noch ein paar Begriffe einfallen, lasst es uns wissen, wir erweitern diese Liste gern.

Facebookredditpinterestmail
Facebookrss
Tags:

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Neueste von Allgemein

nach Oben