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Das war’s Uni Rostock, ich bin fertig mit Dir!

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Aufstehen, vor mich hin meckern, Zähne putzen, kalte Pizza zum Frühstück, hektisch die Jacke überwerfen und los. Eigentlich ein Tag wie jeder andere auch. Getreu nach dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“ trudele ich 5 Minuten nach Seminarbeginn in den Raum. Die nächsten 90 Minuten realisiere ich immer mehr, warum dieser Tag aber eben nicht so ist wie alle anderen.

Der Beginn einer wunderbaren Hassliebe

Oktober 2013. Wintersemesterbeginn an der Uni Rostock und mein erstes Semester als angehende Germanistikstudentin. Ich erinnere mich, wie wir uns gefühlt mit 500 Mann in den Hörsaal quetschten. Ich erwischte dabei den besten Platz. Direkt neben der Professorin an der Tafel und ganze 90 Minuten starrten mich alle an. Super, fängt ja gut an, dachte ich. Mit der Zeit entwickelte ich dann eine Art Hassliebe zur Uni. Wenn ich erstmal da war, war es okay. Aber die Arbeit drum herum, die Hausarbeiten, das elendige Lernen für Klausuren, frühes Aufstehen – nicht so mein Ding, jeder kann es sicherlich nachvollziehen.

Nie wieder.

Und doch hat sich in den vergangenen 5 Jahren einiges an Erinnerungen und Erlebnissen eingebrannt. Eine Woche lang jeden Tag feiern oder in die Kneipe gehen und verkatert und voller Selbstmitleid am nächsten Morgen in der Vorlesung abkotzen. Und das mehrere Male. Gelungene Prüfungen, richtig vermasselte Prüfungen, stotternde Referate mehr oder minder gut überstanden – klar lief nicht alles glatt und oft hat man der Uni so richtig die Pest an den Hals gewünscht. Doch viele schöne Momente hat sie uns auch geschenkt. Darunter: Freundschaften. Schon nach dem Bachelor verteilte sich eine Hälfte meiner Kommilitonen in der ganzen Welt. Noch heute schicken wir uns ab und an mal ein paar Bilder und liebe Zeilen und versprechen uns immer wieder aufs Neue, dass wir uns bald wiedersehen müssen. Diesen Sommer wirklich! Aber auch, wenn wir es nicht schaffen, bleiben wir in Kontakt.

Foto von hsspr auf Instagram

Abgang mit Niveau?

Es war ein seltsames Gefühl, als der Prof des allerletzten Seminars mir eine gelungene Zukunft wünscht und ich auch meine Kommilitonen mit einem zittrigen „Macht’s gut und meldet Euch mal wenn ihr mal wieder hier seid“ verabschiede. Eine vielleicht letzte Fahrt mit dem Bebeltower-Fahrstuhl, der mich auch diesmal nicht hängen lässt. Ich gebe noch ein Buch in der Bibliothek ab, was mich aufgrund von Mahnungen 5 Taler kostet. Ein letztes Mal vielleicht Mahngebühren zahlen. Dann ein inneres leises „Tschüss“ und Abgang. Oh wow. Das soll’s gewesen sein? Ein wenig enttäuscht war ich irgendwie schon, aber was hätte ich auch erwarten sollen – einen Tusch? Ein Streichkonzert? Es ist schließlich ein Tag wie jeder andere.

Ja, sogar Du wirst mir fehlen.

Eigentlich sollte ich erleichtert sein. Nie wieder Uni, yeah. Ab jetzt ausschlafen, in den Tag hinein leben und die nächsten Monate nebenbei ein bisschen Masterarbeit schreiben. Leute, ich sag’s euch: Bereits nach dem ersten Tag faulenzen bekam ich schlechte Laune und auch das Netflixen macht ohne Hausarbeit im Nacken nicht mehr so viel Spaß. Irgendwie war da mehr Melancholie als das erwartete „Ich-bin-endlich-frei-Gefühl“. Melancholie, weil da jetzt einfach Schicht im Schacht mit dem Studieren ist.

Yeah. Doch nicht yeah.

Für diejenigen, die noch eine ganze Weile die Unibank drücken müssen, lasst euch gesagt sein: Egal, wie sehr ihr über die 8-Uhr-Vorlesung kotzt, egal, was für nervige Kommilitonen oder Profs ihr habt, irgendwann werdet auch ihr mit einem lachenden und weinenden Auge an eurem letzten Tag vor der Uni stehen und sie dann bereits wehmütig vermissen. Jede Anstrengung, jeder Kater, jede Aufregung war es absout wert. Die Uni hat uns als frische, kleine Erstis aufgenommen und uns groß gemacht. Also genießt verdammt noch mal euer Studentenleben in den vollsten Zügen. Es wird wohl nie wieder so schön werden.

Hast du auch schonmal etwas Kurioses, Lustiges oder Nerviges in der Uni erlebt? Erzähl‘ uns deine Geschichte! Wir haben immer ein offenes Ohr und geben dir eine Stimme. Kritik und Anregungen hören wir auch gern. Schreib‘ uns: campus@studentsstudents.de oder bei Facebook!

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