Krypto für Anfänger:
So machst Du dein erstes Geld mit Bitcoin & Co.

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Kryptowährungen wie Bitcoin & Co. stehen momentan wortwörtlich hoch im Kurs. Immer mehr Menschen investieren und vervielfachen ihr Geld. Auch der Rostocker Student Benjamin (23, Name geändert), der anonym bleiben will, hat investiert. Sein letzter Verkauf brachte ihm 1.100 Euro für einen Coin, den er im Juni 2017 für 180 Euro eingekauft hatte. Uns hat er verraten, wie man als Anfänger am besten vorgeht. 

mit bitcoin kannst du bereits zahlen.

Keine geringeren als Sido und Kool Savas haben einen Song über Kryptowährungen veröffentlicht: „Hodln“ wird als „Kryptohymne 2018“ gefeiert. Sogar Krypto-King Dr. Julian Hosp, dessen Krypto-Startup „Tenx“ in sieben Minuten 80 Millionen US-Dollar erwirtschaftete (t3n), kommt in dem Rap-Song zu Wort. Krypto ist in, Krypto ist vielversprechend – Krypto ist aber ähnlich dem Aktienmarkt hochgradig spekulativ. Der Rostocker Student Benjamin erklärt uns, worauf es ankommt.

Bei diesem Text handelt es sich um keine Kaufempfehlung für jegliche Krypto-Währungen und spiegelt lediglich Erfahrungen und Einschätzungen eines Hobby-Traders wider. 

StudentsStudents Rostock: Wie schätzt du die aktuelle Lage der Krypto-Währungen ein?
Benjamin: 
In den letzten beiden Tagen gab es einen massiven Rückschlag – teilweise haben Währungen bis zu 50 Prozent an Marktkapital verloren. Ich vermute, es liegt daran, dass China vor zwei Tagen erneut kommuniziert hat, den Handel mit Kryptowährungen zu verbieten. Außerdem ist gerade Chinese New Year – die Zeit, in der viele Chinesen ihre Coins in reales Geld (etwa für Urlaub) zurücktauschen. Das hat eine Lawine an Verkäufen ausgelöst und die Kurse enorm fallen lassen.

Wenn viele ihr Geld aus den Coins zurückziehen, also verkaufen, verliert die jeweilige Währung an aktuellem Verkaufswert.

Viele haben sich dem Verkaufen angeschlossen. Dabei handelt es sich nicht um einen reellen Preisabfall, der nur durch Fehler im System oder durch das Hacken der virtuelles Wallets (Anm. d. Red.: „Online-Portemonnaie“, in dem man seine Coins aufbewahrt) passieren kann.

Ich denke, 2018 ist ein Jahr, in dem diesbezüglich viel Gutes passieren wird. Allerdings gibt es immer die Gefahr, dass die EU irgendwann ebenfalls beschließt, Regulatorien einzuführen – das könnte den gesamten Krypto-Markt auch stark ins Negative beeinflussen.

so schnell kann’s gehen.

StudentsStudents Rostock: Warum steht die EU der Krypto-Bewegeung skeptisch gegenüber?
Benjamin: Ich sehe den Grund darin, dass Kryptowährungen einen Zusatz für unser Geldsystem darstellt. Der entscheidende Unterschied ist, dass Krypto-Währungen dezentral gesteuert werden. Unsere Zentralbanken können überwachen, was mit unserem Geld passiert – und durch Krypto verlieren sie an Kontrolle und Macht. China hat die Währungen wahrscheinlich genau deshalb gebannt – weil es ein sehr konservatives Land ist, das seinen Einwohnern nicht unbedingt viel Mitspracherecht zusprechen möchte.

StudentsStudents Rostock: Viele sagen, die Zeit der Kryptowährungen ist vorbei. 
Benjamin: Überhaupt nicht, da würd‘ ich dir sogar jetzt und hier eine Unterschrift zu geben. Krypto steht noch ganz am Anfang. Im letzten Jahr sind viele Firmen mit Krypto-Projekten an den Markt gekommen. Viele mit Produkten, die noch gar nicht „live“ sind, also bisher nur als Idee existieren. Das kommt noch. Das ist ein bisschen wie Crowdfunding: Würdet ihr jetzt einen StudentsStudents-Coin ins Leben rufen, kaufen ihn Menschen und finanzieren so euer Projekt.

regierungen gefallen Krypto-Währungen nicht so. Weder sind sie darauf abgebildet, noch haben sie die macht darüber.

StudentsStudents Rostock: Welche Währungen versprechen denn momentan den höchsten Erfolg?
Benjamin: Das sind jetzt nur meine Schätzungen, da das sehr spekulativ ist. Ich würde immer empfehlen, sich damit selbst zu beschäftigen und zu schauen, welche Währungen derzeit ein Produkt haben, das „live“ ist, also bereits reell existiert.

Iota 
Ich sehe Potenzial im deutschen Coin Iota, der auf dem Prinzip des Internet of Things funktioniert – das bedeutet, Maschinen kommunizieren künftig mit Maschinen. Ein Beispiel: Dein Auto kommuniziert mit dem Parkhaus und zahlt in einem Krypto-Coin die Parkgebühr. Die haben aber noch kein Live-Produkt.

Bitcoin
Bitcoin ist die Mutter aller Krypto-Währungen – wenn Bitcoin fällt, fallen meist auch alle anderen. Es gibt bereits viele Menschen, die mit Bitcoin bezahlen und es passiert etwas „live“. Allerdings ist Bitcoin nicht das Innovativste und Neueste – es hat die anderen, neuen Krypto-Währungen groß gemacht.

Bitcoin hat die anderen Krypto-Währungen groß gemacht. Von links nach rechts: Monero, Litecoin, Bitcoin, Ethereum, Dash.

Ethereum
Ether heißt der Coin des dezentralen Netzwerks „Ethereum“. Darin sehe ich das meiste Potenzial – das liegt auch daran, dass ich einen der Entwickler kenne und ihn für sehr fähig halte.

Ich habe im Juni 2017 das erste Mal in Ether investiert und einen Coin für 180 Euro gekauft. Anfang Januar habe ich einen Coin für 1.100 Euro wieder verkauft. Zwei Tage später ist der Coin für kurze Zeit wieder auf 600 Euro gefallen.

Ether hat außerdem bereits Anwendungsfälle („live“). Das hört sich ziemlich bescheuert an, aber für Ether kannst du „Krypto Kitties“ kaufen, also virtuelle Katzen und online mit ihnen spielen – ein bisschen wie Tamagotchi. Aber genau daher kam die Idee zu Ethereum: Der Gründer Vitalik Buterin hat damals World of Warcraft gespielt, sich mit viel Zeit und Mühe ein besonderes Schwert erstellt, das aber vom Spiele-Herausgeber Blizzard kurz darauf entfernt wurde. Er war so verärgert über die zentrale Steuerung durch Blizzard, das er etwas Dezentrales schaffen wollte – Ethereum. Das hat der Krypto-Experte Julian Hosp in einem seiner Podcasts erzählt.

StudentsStudents Rostock: Warum ist es für dich so wichtig, dass eine Währung ein „Live“-Produkt hat?
Benjamin: Ich würde in die immer das meiste reinstecken, weil andere auch tolle Ideen und fähige Teams haben können, aber man weiß nie, ob sie die Umsetzung schaffen. Sollte das nicht so sein, würde der Kurs irgendwann wieder enorm fallen, da die Anleger kein Vertrauen mehr in die Währung haben.

Screenshot von coinmarketcap.com: Hier kannst du aktuell die Kurse einsehen. Stand: 18. Januar 2018.

So geht’s: In 5 Schritten zu mehr Geld

StudentsStudents Rostock: Wir sind Anfänger und möchten 10 Euro investieren. Wie gehen wir vor?
Benjamin:

  1. Account erstellen
    Zuerst erstellst du dir einen Account auf einer Online-Börse, zum Beispiel bei kraken.com oder coinbase.com. Je nachdem, wie viel Geld du investieren möchtest, musst du einen Verifizierungsprozess durchlaufen – das geht von E-Mailadresse und Telefonnummer bis hin zum Einscannen von Ausweis und Einkommenssteuererklärung.
  2. Account mit Geld aufladen und Coins kaufen
    Danach musst du die 10 Euro in deinen Account bringen, indem du es per EC- oder Kreditkarte überweist. Innerhalb von ein bis zwei Werktagen kannst du damit Coins kaufen. Allerdings gibt es manchmal Mindestwerte. Nicht überall ist es möglich, für 10 Euro einen Coin zu bekommen.
  3. Coins verwalten
    Nachdem du Coins gekauft hast, lässt du sie entweder auf der sogenannten Exchange liegen oder lädst sie auf dein eigenes Portemonnaie. Beides hat Vor- und Nachteile: Wenn deine Coins auf der Exchange bleiben, kannst du sehr schnell traden, aber deine Coins sind weniger sicher. Sie sind zwar mit einem sogenannten Private Key (eine Art Passwort) geschützt, der liegt aber auch der Exchange vor und die kann gehackt werden. Lädst du deine Coins in dein Wallet, sind sie zwar sicherer, weil nur du den Private Key kennst. Aber wegen der Vielzahl an Transaktionen kann es bei manchen Währungen dauern, bis du die Coins verkaufen kannst, wenn es eng wird – denn du musst sie erst zurück in die Exchange laden. Außerdem fällt dafür immer eine Transaktionsgebühr an.
  4. Kurse beobachten
    Nun heißt es warten und spekulieren. Gewinnt der Coin vielleicht die nächsten Tage noch mehr an Wert? Wird er fallen? Das ist oft Glückssache und den perfekten Moment zu treffen, ist sehr schwer. Beobachten kann man die Kurse auf coinmarketcap.com.
  5. Verkaufen
    Wenn du feststellst, dass der Kurs immer mehr ungebremst steigt, dann kannst du davon ausgehen, dass dies nur Spekulation seitens der Anleger ist und solltest bald verkaufen. Denn: Nach einem massiven Anstieg ist es normal, dass der Kurs wieder fällt, weil natürlich alle wie du ihren Coin möglichst teuer verkaufen wollen. Eine Korrektur von 30 Prozent kann innerhalb von 12 Stunden passieren.
manchmal passiert auch nichts.

Benjamins Tipps für Anfänger

  1. Investiere nicht zu viel
    Investiere niemals so viel Geld, dass du beim Verlust den Rest des Monats nur noch Nudeln mit Ketchup essen kannst. Nimm‘ am besten einen Betrag, von dem du einmal in’s LT gehst – sodass es nicht wehtut. Wenn du zu emotional bei deinen Verkaufsentscheidungen bist, wirst du beim Kursabfall panisch – und das ist ein Anzeichen dafür, dass du zu viel Geld investiert hast.
  2. Informiere dich
    Kursschwankungen sind normal. Beobachte sie stetig, beschäftige dich mit den Coins und du wirst dafür ein Gefühl bekommen. Informieren kann man sich am besten auf ccn.com (englisch) oder auf btc-echo.de (deutsch). Außerdem über Youtube-Videos oder dem Podcast von Julian Hosp und am schnellsten natürlich auf Twitter. Dort sollte man relevanten Währungen folgen (Bitcoin & Co.) sowie den Exchanges (zum Beispiel Kraken), den Entwicklerteams hinter den Coins – und Julian Hosp selbst. Ohne ihn hätte ich niemals so schnell alles verstanden. In seinem Buch „Krypto-Währungen“ erklärt er diese so einfach, dass sogar meine Oma sie verstehen würde.

    Kursschwankungen sind normal. Dabei braucht dir nicht gleich schlecht zu werden.
  3. Investiere nicht nur in große Währungen
    Der Bitcoin-Kurs würde sich nie in kurzer Zeit verdoppeln. Die Kurs-Anstiege bei kleinen Währungen sind viel verrückter, wenn man in kurzer Zeit sein Geld vervielfachen möchte. Gestern habe ich zum Beispiel 100 Euro in Tron investiert und heute ist der Coin 170 Euro wert.

Vielen Dank, Benjamin!

* Name geändert

Hast Du auch schonmal etwas Kurioses, Lustiges oder Nerviges in der Uni erlebt? Erzähl‘ uns deine Geschichte! Wir haben immer ein offenes Ohr und geben dir eine Stimme. Kritik und Anregungen hören wir auch gern. Schreib‘ uns: campus@studentsstudents.de.

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