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#nofap: Das FAP steht für Masturbation

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„Hör auf zu masturbieren und dein Leben wird besser“- so lautet das Versprechen derer, die #nofap wie eine Religion behandeln. Wir dachten uns hingegen „äh nein?“ und haben daher mal etwas recherchiert. Wir wurden überrascht.

Zunächst zu den Anfängen. Die #nofap-Bewegung nahm ihren Ausgangspunkt auf der Internet Plattform Reddit. Eine wilde und abgedrehte Community, die unterteilt ist in unzählige Unterkategorien, die über Katzenfotos, Game-of-Thrones-Spoiler oder eben Masturbation diskutieren. Aufgrund von Anonymität und weniger Kontrollmechanismen wird es dort gelegentlich auch abgedrehter, als für den Durchschnittsmenschen zu verkraften. Reddit ist diese Hausparty, auf der alle Drogen einwerfen, alle krass älter oder jünger sind und ihr euren Drink umklammert, mit bangendem Blick Richtung Tür, die 110 schon auf Kurzwahl gestellt. Bis ihr die Ecke mit den coolen Leuten findet, die so sind wie ihr.

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Der NoFap-Bereich von Reddit schwört auf den Kampf gegen die Pornosucht ein. Die überwiegende Mehrheit der User sind männlich und alle Anleitungen, Hinweise und Erfahrungsberichte dementsprechend auch auf Männer ausgerichtet. Das liegt daran, dass Männer häufiger zur Pornosucht neigen. Gut, aber warum schreiben wir über eine so spezifische Gruppe an Leuten? Weil das Phänomen Reddit längst verlassen hat und nicht nur süchtige Männer interessieren sollte.

Auch bei Youtube finden sich mittlerweile zahlreiche Videos von Leuten, die an der #nofap-Challenge teilnehmen. Den Verzicht auf Pornos und Masturbation bezeichnen sie als „rebooting“ und jeder kann sich seinen eigenen Verzichtszeitraum festlegen. Eine Woche, einen Monat, 90 Tage? Die Motive sind verschieden. Einige sind wirklich süchtig und wollen diese Sucht bekämpfen. Andere erwarten mehr Männlichkeit (Studien lassen vermuten, dass das Testosteron nach Verzicht steigt) oder suchen nur die Herausforderung.

„Aber ich bin ja nicht süchtig…“
„Aber ich bin doch kein Mann…“
„Aber was soll das bringen…“

An dieser Stelle wird es interessant. Denn neben den Pseudo-Wissenschaftlern und den Möchtegern-Macho-Männern gibt es tatsächlich plausible Begründungen für eine Leistungssteigerung, erhöhte Motivation und mehr Glück durch #nofap.

In zwei Klicks zum Klimax?
In zwei Klicks zum Klimax?

Durch das Internet können Pornos jederzeit abgerufen werden, wodurch praktisch kein Aufwand mehr betrieben werden muss, um stimulierende Bilder zu erhalten. Außerdem geht Masturbieren super leicht von der Hand, immerhin ist man alleine und weiß genau, was man braucht. Statt sich herauszuputzen, zu flirten und einen Partner für den Akt zu finden, erledigt sich die Geschichte innerhalb von Minuten.

Diese Belohnung ohne Aufwand kann schädigend auf uns wirken. Wir erwarten Glück, ohne dafür zu arbeiten. Ähnlich ist es mit der Tiefkühlpizza, die wir in den Ofen schmeißen, anstatt zu kochen. Geht schneller. Kaum Aufwand. Mit dem Rauchen aufhören? Aber die Zigarette zündet sich doch so schnell an. Sich schon zu Semesterbeginn in ein Thema einarbeiten und sich mit der Literatur vertraut machen? Ach quatsch, wenn die Hausarbeit fällig ist, dann wuppt Wikipedia das schon.

Die monderne Studentin, getragen von Google und Wikipedia
Die monderne Studentin, getragen von Google und Wikipedia

Erkennt ihr euch wieder? Klar, denn hin und wieder wollen wir alle mal „einfach haben“. Doch am zufriedensten sind wir doch eigentlich, wenn wir lange gearbeitet haben und dann Lohn dafür sehen. Warum nicht mal das Experiment wagen und auf sofortige Belohnung verzichten? Süchtige und Nicht-Süchtige. Männer und Frauen. Jung und Alt. Vielleicht funktioniert es nicht, doch vielleicht helfen ja 30 Tage dabei, einen anderen Blick auf die Welt zu bekommen. Mit etwas Glück stellt ihr fest, dass ihr durchaus für Erfolge arbeiten wollt.

Übrigens: Wer jetzt Angst vor diesen 30 Tagen hat, der hat vielleicht schon ein Problem und sollte diesen Artikel noch ernster nehmen. HIER gibt es Hilfe.

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