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Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?

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Da freuen wir uns sehnsüchtig den ganzen regnerischen Winter auf den Sommer, um dann achselzuckend festzustellen, dass das ja eh alles keinen Unterschied macht. Klar, der ein oder andere heiße Tag schleicht sich auch mal ein aber es spricht schon Bände, wenn die Leute auf den Straßen häufiger in knallgelben Regennerzen umherlaufen, als in kurzen Klamotten und einem Handtuch über den Schultern. Gummistiefel statt Flip Flops. Lecko mio, das ist doch kein Sommer!

Wir wollen Hitzeflimmern über dem Asphalt, dass sich kein Blatt in der Sonne regt und den Duft von Sonnencreme in der Nase haben. Keine Wolken am Himmel, einfach nur die große helle Scheibe, die gnadenlos auf Rostock hinab strahlt und uns an den Strand oder in den Pornobrunnen zwingt, wo wir wie Gänsetreiber halbstarke Kinder mit Zischlauten vertreiben, um ein geeignetes Plätzchen zu finden.

Es kann doch nicht sein, dass das Positivste, das wir am Ende des Sommers resümieren, der Fakt ist, dass wir bestes Lernwetter hatten und ohne schlechtes Gewissen in unserer vollgepupsten Bude hocken konnten. Das größte Sommerhighlight: Baywatch auf´m Laptop. Wenigstens ein bisschen Sommer und Strand. Eigentlich wollten wir selbst wie The Hoff oder Pamela Anderson am Strand flanieren und uns dramatisch – und bestenfalls in Zeitlupe – in die Fluten stürzen, um die Frisbee aus den Wogen zu retten, die gerade dilettantisch ihr Ziel verfehlte. Stattdessen schleppen wir unseren bleichen Kadaver maximal zur Mensa und bekommen schon einen Sonnenbrand, wenn die Wolkendecke auch nur ein Mü aufreißt. Das lässt uns zugleich in haltlose Jubelstürme ausbrechen. Sonne!

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Hach ja, geliebter Sommer, du mein Seelenheil. Was bist du für ein Schuft. Wieso spielst du mit unseren Gefühlen? So verheißungsvoll du auch jedes Frühjahr bist und in uns vorfreudige Erwartungen weckst, so sehr schmerzt uns deine reale Abstinenz.

Wie sollen wir uns auf das Wetter einstellen, wenn es andauernd divenhaft-launisch seine Meinung ändert? Sollte es sich einmal unser erbarmen, dann lediglich für einen Tag – wenn überhaupt. Gerne auch nur für ein paar Stunden drückender Schwüle. Mit grimmigem Donner und finsterem Wolkengewand, holt uns das Wetter dann recht bald in einer unbestechlichen Zuverlässigen wieder auf den Boden der Tatsachen.
Ein Sommer voll stetigem Sonnenschein und Wärme? „Vergesst es!“, höhnt uns Petrus entgegen. Scheint gerade noch die Sonne, schiebt sich alsbald eine Wolke davor und ehe die Sturmmöwe schreien kann, hängt der Himmel schon voller Geigen und weint voller Mitleid auf uns hinab – oder voller Schadenfreude. Man weiß es nicht.

Das Wetter verwirrt uns. Man hat das Gefühl andauernd falsch gekleidet zu sein. Dabei wäre es so einfach, wenn sich diese Jahreszeit an die Regeln halten würde: Schlappen, Tennissocken, Badehose, Shirt, Sonnenbrille, Strohhut. Zack, fertig. Sommeroutfit.

Regen

Es ist doch wirklich frustrierend. Wir leben in Rostock, dem Kalifornien Deutschlands, haben einen endlos breiten Sandstrand und die schöne blaue Ostsee vor der Nase aber können all das nicht so nutzen, wie wir es wollen. Der große Onkel testet die Wassertemperatur. Brrr, ist das kalt. Und so stehen wir wie ein Sack Schrauben an der Wasserkante und schlurfen schmollend mit Gänsehaut zurück zu unserem Handtuch. Schnell den Pullover an, da hinten zieht Regen auf.

Den Sommer sollten wir uns dennoch nicht vermiesen lassen. Darum lautet die Devise: trotzdem machen! Eis essen? Es ist nicht warm genug. Trotzdem machen! Draußen kicken? Es regnet. Trotzdem machen! In die Sonne legen? Die scheint doch gar nicht. Trotzdem machen! An Strand fahren? Ist kein Badewetter. Trotzdem machen! Festival? Kein Bock im Schlamm zu versinken! TROTZDEM MACHEN!

Jedes Kind weiß, dass das Motto Rostocks „Der Sommer naht“ lautet. Darum geben wir die Hoffnung nicht auf. Sollte er sich bis Mitte September nicht in seiner vollen Pracht offenbart haben, hatten wir eben einen langen Winter und dann kommt der Sommer eben im nächsten Jahr und zwar um so heißer.

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