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Ossi plus Wessi ergibt arroganten Arbeitslosen?

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Die Teilung Deutschlands haben viele aktuell Studierende schon gar nicht mehr miterlebt. DDR und BRD. Ost und West. Ossi und Wessi. Der Traum vom geeinten Deutschland ist (für diejenigen, die ihn denn geträumt haben) Realität geworden. Oder doch nicht?

Ein Witz zum Einstieg

„Warum war das Klopapier im Osten so rau? Damit auch der letzte Arsch rot wurde.“

Vermächtnis unserer Eltern

Auf der Landkarte steht „Deutschland“. Oder „Germany“. Die Mauer ist nicht mehr da. Doch man spricht bis heute von der „Mauer in den Köpfen“. Im Ostseestadion singt man „Ihr seid Wessis, asoziale Wessis, ihr schlaft unter Brücken oder in der Bahnhofsmission.“. Bei anderen Clubs heißt es dafür „Ihr seid Ossis, asoziale Ossis, ihr schlaft unter Brücken oder in der Bahnhofsmission.“.
Doch es kann nicht verwundern, dass selbst die nachkommenden Generationen noch die Begriffe „Ossi“ und „Wessi“ verwenden. Immerhin werden wir stark durch unsere Eltern geprägt und die sind in Zeiten der Teilung aufgewachsen.

Die Wessis sind arrogant und versnobt, die Ossis rechts und arm. Klischees, die sich bis heute halten. Nicht jeder meint sie ernst, doch nicht wenige Studierende, die aus den alten Bundesländern zu uns nach Rostock kommen, sehen sich erst einmal mit Vorurteilen und Warnungen konfrontiert. Immerhin gebe es hier nur Nazis und Plattenbauten. Wer dann nach Rostock kommt, merkt schnell, dass wir gar keine Hitlerbärtchen tragen und sogar Satellitenfernsehen haben.

Zahlen lügen nicht

Aber können wir die Schuld nur bei unseren Eltern suchen? Nicht wirklich. Wir werden auch regelmäßig mit Fakten konfrontiert, die nun mal eine Unterscheidung zwischen Ost- und Westdeutschland vornehmen. Höhere Arbeitslosigkeit, geringere Renten, dafür bessere Kindergartenangebote im Osten. Die Bundeskanzlerin als Wiedervereinigungserfolg, weil sie ja aus der ehemaligen DDR stammt.

Wissenschaftlicher untersuchen die Differenzen schon seit Jahren und stellen damals wie heute fest, dass Westdeutsche mehr Wert auf Materielles legen, Ostdeutsche dafür eher auf soziale Beziehungen. Und schon hören wir die ersten Leser aufschreien: Klischees! Vorurteile! Ich bin nicht so! Das ist okay. Wir wollen nur zeigen, dass wir so schnell nicht aufhören werden, in diesen Kategorien zu denken und zu sprechen.

Ein Witz auf Kosten aller

„Was bekommt man, wenn man einen Wessi mit einem Ossi kreuzt? Einen arroganten Arbeitslosen!“

Aber ist das eigentlich ein Problem?

Problematisch wird das Ost-West-Denken nur, wenn es mit echtem Hass verbunden ist. Oder eben mit Diskriminierung. Eigentlich gefällt es aber, dem Wessi das Pfeffisaufen beizubringen. Und wenn der Besuch kommt und eine Banane als Gastgeschenk mitbringt, dann gucken wir vielleicht kurz böse, doch dann lachen wir gerne darüber. Wer weiß, wann es wieder Bananen gibt.

Die Zukunft

Unsere Kinder werden die Begriffe „Ossi“ und „Wessi“ vielleicht noch hören und verstehen, aber wer nicht selbst die Teilung miterlebt hat, der kann wohl kaum so intensiv das Welt- beziehungsweise Deutschlandbild seiner Kinder prägen, wie es vielleicht noch einige unserer Eltern getan haben. Schon jetzt gibt es Menschen, die mit dieser Unterteilung nichts anfangen können. Wichtig ist nur, dass auch die wirtschaftlichen und sozialen Differenzen überwunden werden. Vielleicht erzählen wir unseren Enkeln dann mal einen Witz und die gucken uns dann mit großen Augen an und fragen: „Was ist denn ein Wessi?“

Da geht noch was

„Was ist ein Ossi zwischen zwei Wessis? Eine Bildungslücke.“

„Was ist der Unterschied zwischen einem Kuhschwanz und einem Wessi-Schlips? – Der Kuhschwanz verdeckt das ganze Arschloch.“

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