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Aus dem Alltag
eines Rostocker DJs

in Allgemein/Nachtleben von

Ey Mäuschen, spiel mal Atemlos!

Ich kann es nicht an einer Hand abzählen, wie oft ich diesen Satz in meinem DJ-Leben bereits gehört habe. Übrigens ist es immer sehr hilfreich den DJ mit „Mäuschen“, „Meister“ oder einfach nur mit „Ey“ anzusprechen, aber das nur nebenbei. Klar, ein DJ ist dazu da, um euch feierwütiges Partyvolk zu bespaßen. Und das bitte genau so, dass alle Partypeople im Club vollstens zufrieden sind. Das ist übrigens genauso realisierbar wie das Internet zu löschen. Wenn ihr euch beim nächsten Keller- oder LT-Besuch also über die Musik beschwert, dann denkt doch bitte kurz an diesen Artikel zurück und versetzt euch kurz in die Lage des guten und stets bemühten DJs – es sind immerhin auch nur Menschen mit guten und schlechten Tagen.

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Wie man sich bereits vorstellen kann, findet der Job des DJs zu den Zeiten statt, in denen man entweder gemütlich und warm im Bettchen liegt und schlummert ODER ausgelassen, leicht oder stark angetrunken mit Freunden die Tanzfläche klar macht. Die Schicht fängt für gewöhnlich um 21 Uhr an und endet zwischen 4 und 8 Uhr. Letzteres ist natürlich kein Zuckerschlecken vong Anstrengung her. Dies ist auch der Grund, warum ein DJ in der letzten Stunde eher die Musik spielt, die euch sanft nach Hause geleiten soll. Es gibt sie also wirklich, die liebevoll betitelte „Rausschmeißer-Musik“. Nehmt es dem DJ also nicht übel, dass er kein K.I.Z. oder Krawall und Remmidemmi in der letzten Stunde mehr für euch spielt, schließlich ist er müde und möchte nach 10h Dauerbeschallung auch endlich ins wohlverdiente Bett (oder zur After-Hour).

Ein weiterer Punkt sind die Musikwünsche. Ja wir wissen alle, dass sie unersetzlich sind und jeder Gast – in welchem Zustand auch immer – sich irgendwann mal ein Lied wünschen möchte. Kein Problem, dafür gibt es ja die kleinen Zettel, die alle DJs so abgöttisch lieben. Die Zettel sollten jedoch mit Bedacht eingesetzt werden. Sich also 10x hintereinander das gleiche Lied zu wünschen – liebe Leute, das bringt gar nichts. Wenn ihr nach zwei Stunden den DJ fragt, wann denn „euer Lied“ gespielt wird, seid ihm bitte nicht böse, dass er/sie es sich nicht merken konnte, welches euer Lied war. Und noch etwas: Sich Marteria zu wünschen, wenn im selben Augenblick ein anderes Lied von Marteria läuft, ist auch nicht gerade ausgeklügelt. Apropos: In einem Club herrscht neben dem Alkohol- auch ein sehr hoher Lautstärkepegel. Der Versuch mit dem DJ über die Weltentstehung zu philosophieren, schlägt vermutlich fehl. Einmal jedoch führte ich eine sehr nachdenkliche Unterhaltung. Der Dialog ging ungefähr so:

Gast: „Hey….“
DJ: „Hey“
Gast: „Kennst du ein Raumschiff?“
DJ verwirrt: „Nee…“
Gast: „Das ist auch gut so.“

Aaaaaalles klar! Ihr seht also, kleine Plaudereien sind zwar möglich, aber wenn dann bitte soetwas, wie z.B. „Kann ich dir was zu trinken bringen?“ oder „Deine Musik ist fantastisch“. Das Auflegen an sich ist nämlich auch nicht immer nur Party und wie wild die Hände hochreißen a la David Guetta, sondern es ist ein Job, der hohe Konzentration erfordert und echt nicht so easypeasy ist, wie er aussieht. Als DJ muss man kreativ sein, der tanzenden Meute jeden Wunsch von den Augen ablesen und nebenbei noch versuchen, so viele Musikwünsche wie möglich zu erfüllen. Außerdem sollte ein DJ seiner Crowd extremst, übertrieben gute Partylaune vermitteln, auch wenn gerade eine Magen-Darm-Erkrankung im Anmarsch oder vor kurzem der Hamster gestorben ist.

Foto: suiraga auf Instagram
Foto: suiraga auf Instagram

Abschließend zu dieser Predigt möchte ich euch eine niedliche und lobenswerte Situation aus meinem DJ-Leben nicht vorenthalten. Letzten Freitag im Keller gesellte sich ein Gast zu mir ans DJ-Pult. Er legte mir einen Zettel hin mit der Aufschrift: „Du machst einen guten Job – den Quark kannst du deshalb behalten!“ Okay ähm… welcher Quark?! Hat er mir einen Joghurt mitgebracht? Achso nee, verlesen. Quarz sollte es heißen. Da hat er mir doch tatsächlich einen hübschen, kleinen Stein geschenkt. Ich fühlte mich geehrt und die Laune war sofort auf dem High-Level.

Foto: beautythebeats auf Instagram
Foto: beautythebeats auf Instagram

Und die Moral von der Geschicht:

Seid nett zu dem DJ! Wenn ihr gerade keine Edelsteine dabei habt, spendiert ihm oder ihr ein sprudelndes Kaltgetränk – Mexikaner geht auch – oder malt Herzchen und nette Worte auf die Wunschzettel. Ihr werdet sehen, dass ihr mit einem Lächeln und reichlich guter Musik beschenkt werdet.

P.S. Üben könnt ihr das übrigens bei unserer StudentsStudents-Party am 2. September im Keller mit DJ A-Tour und DJ Lui 😉

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