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Und am Ende waren die Ferien: ein Rückblick auf das Semester

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Vorlesungsfreie Zeit. Semesterferien. Urlaub. Vorbei, die Zeit der leidenschaftlich besuchten Seminare. Anwesenheits-PFLICHT? Es war uns eine Ehre! Was bleibt, sind Gedanken der Wehmut und Nostalgie.

Voller Schweiß und Pflichtbewusstsein haben wir es tatsächlich geschafft, überall nur zweimal gefehlt zu haben – und all diese Male hatten wir auch einen triftigen Grund für unsere Abstinenz. Innerlich zerriss es uns den Veranstaltungen fernzubleiben.

Hach, was waren diese Monate wieder lehrreich. Was sind wir klug geworden. Die Weisheit haben wir mit Löffeln nur so in uns hineingeschaufelt. Jeden Morgen sind wir im Bett wie ein Klappmesser in die Vertikale geschossen, als der Wecker uns zur Bildung wach klingelte. Voller Tatendrang schnallten wir uns den Tornister auf und liefen, ein fröhliches Liedchen pfeifend, im Hopserlauf zur Uni. Mit poliertem Apfel und dem Gesichtsausdruck eines Honigkuchenpferdes, saßen wir in der ersten Reihe und hingen an den Lippen des anmutig langsam sprechenden Dozenten. Oh, diese menschgewordene Motivation. Diese personifizierte Didaktik. Diese perfekt platzierten, fachwissenschaftlichen Komposita. Ein Meister der Rhetorik.

Jesus Licht
Im Lichte unseres Wissens steigen wir empor.

Unsere Lehrmeister haben das Feld für uns bestellt und ließen uns die Früchte ernten. Ordnerweise Material sammelte sich über das Semester an. Aufzeichnungen, so fein und sauber, als wären sie von Elbenhand an einem plätschernden Bach in Bruchtal geschrieben worden. Emsig haben wir die Seminare vor- und nachbereitet, uns durch hochinteressante Prosatexte gelesen oder wichtige Schritte Richtung Weltformel getätigt. „Quid est veritas?“ Was ist Wahrheit? Diese Frage war unser Antrieb, die Erkenntnis unser Lohn. Wie Götter strahlen wir im Lichte unserer unaufhörlich wachsenden Intelligenz.

Unser Wissen haben wir in zahlreichen Referaten mit unseren Kommilitonen geteilt, denn nur so ist Fortschritt zu erlangen. Schon Goethe sagte: „Was wäre ich denn, wenn ich nicht immer mit klugen Leuten umgegangen wäre und von ihnen gelernt hätte?“ Es ist ein Geben und Nehmen unter uns Lernenden. Lediglich die Universität schenkt ausschließlich.

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Du, liebes Uni Hauptgebäude, wirst von deinen Kindern nun allein gelassen.

Die Projektwoche haben wir mit Begeisterung genutzt, um der Wissenschaft und unserem Gehirn den verdienten Dienst zu leisten. In der reinsten Form der Vernunft fütterten wir unser sinnliches Gemüt. Mit Fug und Recht können wir behaupten: „Ja, wir sind wieder ein Stück mehr dem Pöbel entwachsen.“

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In den Hörsälen Leere, nichts als Leere.

Nun steht uns die Agonie der vorlesungsfreien Zeit bevor. Die paar Prüfungen sind nicht erwähnenswert – eine gemütliche Abrundung und Festigung unseres neuerworbenen Wissens, frei von Aufwand. Die erste Hälfte der Semesterferien langweilen wir uns vor Arbeitslosigkeit. Ach, wären es doch nur mehr Prüfungen, in denen wir unsere Fertigkeiten unter Beweis stellen könnten. Und in der zweiten Hälfte? Was bleibt uns da? Ein paar wenige Hausarbeiten. Was sollen wir mit diesen ganzen sinnlosen Ferientage anfangen? Leere Hörsäle, welch ein Graus. Welch schauderhafte Vorstellung. Zurecht schimpft das Proletariat auf uns tatenlose Studenten, die viel zu viel Freizeit haben.

„Tunichtgut!“, hallt es bald in unserem leeren Kopf! Die Ernte der Erkenntnis ist noch nicht genügend eingeholt worden. Die Sinnlosigkeit unseres Daseins geißelt uns. Oh, diese viele Freizeit. Dieser fehlende Anspruch an unser Wesen. Fordert uns das Leben denn gar nicht? Möge der Himmel über uns zusammenbrechen. Es wäre der verdiente Zorn für unsere Trägheit. Oh, gebt uns mehr Bücher, wir wollen nicht müßig sein!

Und unter tosendem Applaus hebt sich der Schleier jener Agonie und plötzlich ist die vorlesungsfreie Zeit überstanden. Bald schon können wir wieder lernen und unser geistiges Denkmal weiter modellieren. Haltet durch!

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