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Studenten vs. Studierende: Zwei Wesen, zwei Wege

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Relativ früh entscheiden wir uns, auf welche Art und Weise wir das Leben an der Uni angehen wollen. Nutzen wir das Privileg des Studiums zum Lernen und für die Wissenschaft oder lieber doch zum Gammeln und Spaß haben? Wollen wir wissbegierige Studierende sein oder in den Tag hineinlebende Studenten? Der richtende Hammer fällt spätestens in der Prüfungszeit.
StudentsStudents vergleicht diese zwei verwandten Wesen und ihre von Grund auf verschiedenen Herangehensweisen an Hausarbeiten und Prüfungen.

Frühstück:

Der Studierende ist ein Frühaufsteher. Er weiß um die vitalisierende Kraft eines reichhaltigen Frühstücks. Tiefenentspannt frühstückt er, trinkt einen Kaffee und blättert in der Tageszeitung, um sich über das Weltgeschehen zu informieren.

Der Student stellt sich abends mehrere Wecker und morgens, wenn der letzte geklingelt hat, noch zwei weitere, sodass das Zeitfenster seiner Morgentoilette, des Frühstücks und des Weges zur Bibliothek präzise einem akademischen Viertel entspricht. Frühstück ist sekundär, möglichst lange schlafen primär. Leider ist die Bib schon brechend voll als er sie betritt. Einen Platz findet er deshalb nicht.

Disziplin:

Tagtraum

Die Disziplin des Studierenden speist sich einzig aus seiner Liebe zur Wissenschaft. Darum ist es ihm ein Leichtes sich zu konzentrieren. Selbst beim Mensieren liest er nebenbei ein Buch, sodass die Gabel schonmal eine Minute vor dem Mund schwebt bevor es in den Schlund geht.

Der Student regt sich in der Mensa häufig über solche Leute auf. Wo es nur geht, betrügt er sich selbst. Seine Konzentration gleicht einem Fähnchen im Wind. Er verliert sich in gedankenverlorenen Starrereien und Tagträumen. Er belohnt sich permanent für nichtig kleine Fortschritte mit ausgiebigen Zigaretten-Pausen, macht sich dauerhaft was vor, dass er die verlorene Zeit wieder aufholt und gibt schnell entmutigt auf. Im Endeffekt hat er mehr Pausen als Arbeitszeit und tauscht sich mit anderen Artgenossen über diese frustrierende Situation aus, während sie in der Mensa völlig versacken.

Hausarbeiten:

Hausarbeit Rekord

Der Studierende leiht sich gezielt dutzende Bücher aus. Nur die Hälfte ist für seine Hausarbeit wirklich relevant. Den Rest liest er als erweiternde Bildung zum Thema. Es ist ihm ein inneres Blumen pflücken sich in Büchern zu vergraben und die Hausarbeit zu schreiben, die er schon weit vor Stichtag abgibt.

Der Student läuft ziellos in der Bib umher und sammelt sich möglichst bilderreiche Bücher zusammen, in denen vorherige Nutzer gutmütig und großflächig Notizen hinterließen. Er buckelt zahllose Werke, von denen im Endeffekt nur ein Bruchteil hilfreiches Material liefert. Da er dankbar jede Möglichkeit zur Ablenkung wahrnimmt, muss er zehrende Nachtschichten einlegen und gibt kurz vor knapp seine Hausarbeiten ab – wenn er es denn überhaupt schafft.

Prüfungsvorbereitung:

Spongebob Test

Der Studierende muss sich gar nicht mehr großartig auf seine Prüfungen vorbereiten. Dadurch, dass er das ganze Semester die Veranstaltungen vor- und nachbereitet hat, hat er das meiste bereits eh im Kopf.

Der Student muss hingegen das komplette Semester aufarbeiten und kommt in arge Zeitnot. Für ihn gibt es nur zwei Wege, um nicht komplett durchzudrehen: Mut zur Lücke und ein komplexes System aus Spickern, welches ironischer Weise mehr Aufwand erfordert als das Lernen an sich.

Prüfungssituation:

GIF Spicker

Der Studierende ist frei von Panik. Er ist sich seines Wissens bewusst und mit seiner Vorbereitung im Reinen. Wenn etwas schief geht, dann muss er sich keine Vorwürfe machen, doch diese Selbstzweifel kommen gar nicht erst auf. Beim Überfliegen der Aufgaben ziehen sich seine Mundwinkel immer weiter nach oben – kein Ding. Und so schreibt er die Prüfung ohne Stress und verlässt mit anderen seiner Art recht früh den Hörsaal.

Dem Studenten verschlägt es für gewöhnlich erstmal die Sprache, wenn seine Augen die Aufgaben überfliegen. Das (Wenige), was er gelernt hat, kommt bestenfalls partiell ran. Der Mut zur Lücke hat sich nicht bezahlt gemacht. Voller Panik verbringt er die meiste Zeit der Prüfung nun damit, die richtigen Spickzettel möglichst unauffällig aus den Socken zu ziehen und lange Augen zum Vorder- oder Nebenmann zu machen.

Selbsteinschätzung:

Bean Exam

Hört man den Studierenden sich selbst einschätzen, erwartet ein jeder, dass er mit Ach und Krach die 4,0 schafft. Der Anspruch an sich selbst und die daraus resultierende Selbsteinschätzung, hat jedoch nicht im Mü etwas mit der eines Studenten zu tun. Die 4,0 des Studierenden ist nämlich eine 1,5 – gerade noch so „Sehr gut“. Viele verachten ihn deshalb.

Bei dem Studenten ist das ganz anders. Wenn er 4,0 sagt, meint er das auch – wenn´s gut läuft.

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