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Provokation oder Prävention:
13 Reasons Why und die Suizidiskussion

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Wir von StudentsStudents berichten gerne über das aktuelle Rostocker Geschehen. Nicht jeder interessiert sich jedoch übermäßig für den eigenen Partytyp oder Demos für Europa vor dem Kröpeliner Tor. Also mal etwas Buzzfeed Niveau von uns, wir reden mit beim Thema „13 Reasons Why“.

Einige von euch werden davon schon gehört haben. Immerhin beginnt das Semester gerade erst, also sollte doch genug Zeit für Netflix bleiben. 13 Reasons Why (oder zu deutsch „Tote Mädchen lügen nicht“) ist nämlich eine von Netflix produzierte Serie, die am 31. März online gestellt wurde. Sie basiert auf einem gleichnamigen Roman von Jay Asher.

Okay, StudentsStudents, aber warum sollte uns das interessieren? Wir wissen, wie Netflix funktioniert, wir werden uns diese Serie spätestens in der Prüfungsphase reinziehen…

Und genau da setzt die teils hitzig geführte Debatte an. Zunächst eroberte die Serie das Internet wie im Sturm, da auch Prominente fleißig darüber twitterten und eine Schau-Empfehlung aussprachen. Doch dann kamen die Gegenstimmen. Die Serie sei gefährlich für psychisch instabile Zuschauer.

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Zum Hintergrund: In Buch und Serie geht es um das Mädchen Hannah Baker, das sich das Leben nimmt. Wir erleben die Geschichte sowohl aus ihrer Sicht als auch aus der Sicht ihres Klassenkameraden Clay. Denn Clay bekommt zu Beginn von Buch und Serie eine Box mit 13 Kassetten vor seine Tür gelegt. Auf diesen 13 Kassetten nennt Hannah die 13 Gründe, die zu ihrem Suizid führten. Jedes Tape ist einer Person gewidmet. Wir möchten an dieser Stelle nicht spoilern, doch alle Protagonisten haben mehr oder weniger zu Hannahs Verfassung beigetragen und sich nach ihrem Tod die Tapes angehört.

Am Ende steht klar die Message, dass Hannahs Suizid an etlichen Stellen verhindert hätte werden können. Doch für einige Zuschauer zeigte sich eine weitere Botschaft: Hannah nahm mithilfe der Kassetten auch Rache an ihren Peinigern. Wählt man diese Interpretationsweise, so scheint der Suizid plötzlich wieder einen Sinn gehabt zu haben, eine Botschaft, die auf Zuschauer mit eigenen Suizidgedanken toxisch wirken kann. Ein weiterer Kritikpunkt ist die krasse Darstellung von Ereignissen, unter anderem dem tatsächlichen Selbstmord.

Unser Kommentar: Die Serie sollte definitiv ausreichend mit Warnhinweisen versehen werden. Ganz besonders, weil sie emotional fesselnd ist und man bei Netflix bekanntlich gerne zum „Binge watching“ neigt, sich also zu viel von der Serie auf einmal gönnt. Unsere Empfehlung für unsere Leser, die selbst mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, hatten oder es bei Freunden oder Verwandten beobachtet haben, ist, sich genug Zeit für die Serie zu nehmen und sie am besten mit Freunden zu reflektieren. Dann bleibt nämlich die Erkenntnis, dass Hannah Baker nicht hätte sterben müssen und vielleicht zieht der ein oder andere eine Lehre aus ihrem Schicksal- unabhängig davon, dass es ein fiktives Schicksal ist.

An dieser Stelle möchten wir auch auf das Beratungsangebot der Uni Rostock hinweisen. Falls ihr Probleme habt und Hilfe sucht, dann meldet euch hier, bei der Psychologischen Beratungsstelle des Studentenwerks.

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Anschließend verlinken wir euch natürlich noch den Trailer für „13 Reasons Why“, damit ihr einen Eindruck bekommen könnt. TRAILER!

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1 Comment

  1. Die Macher der Serie haben sich aus verschiedenen Gründen dafür entschieden verschiedene Szenen (*Spoiler: wie die Vergewaltigung) drastisch darzustellen. Dazu gibt’s auch bei Netflix ein Kommentar der Macher, das ca. 30 Minuten geht.

    Ich finde die Darstellung sehr gut gewählt, gerade wenn man sich überlegt wie viele Menschen gemobbt werden. Vllt schafft die Serie gerade diese Menschen zum Nachdenken an.
    Bevor man die Serie anfängt, weiß man zumindest durch Artikel wie diesen oder den Trailer worum es geht. Daher sollte das jeder selbst entscheiden, ob er/ sie das gucken kann.

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