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Studieren ist in Rostock doch nicht so gefährlich

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Die Philosophische Fakultät in der August-Bebel-Straße. Genannt:
Die Philosophische Fakultät in der August-Bebel-Straße. Genannt: „Bebel-Tower“.

Im Newsletter vom 4. Januar hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) unter der Überschrift „Trotz Brandschutzmängeln geöffnet – Studieren auf eigene Gefahr“ unter anderem berichtet, dass der „Turm zu Bebel“ (umgangssprachlich für das Gebäude der Philosophischen Fakultät in der August-Bebel-Straße) „nicht den Brandschutz-Richtlinien entspricht und weiter absackt“. Der Referent für Lehramt machte dies zum Thema auf der Fakultätssitzung der Philosophischen Fakultät am 9. Dezember 2015, auf der auch Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) anwesend war. Der AStA gibt die Angabe des Referenten für Lehramt in seinem Newsletter wieder: „Ziel sei es gewesen, den Druck auf die Universität und das Bildungsministerium zu erhöhen, damit die unhaltbare Situation schnell gelöst wird.“
Neben dem „Bebel-Tower“ wurde bei der Sitzung auch die „unmögliche Infrastruktur im Ausbildungsort Lichtenhagen, an dem Lehramtsstudenten in Räumen mit kaputter Heizung und bröckelnden Decken und Fassaden lernen sollen“ erwähnt.

Nicht schön, aber selten. Und auch nicht baufällig - zumindest entspricht der Bau den Vorschriften. Fotos/Montage: Karolin Hebben
Nicht schön, aber selten. Und auch nicht baufällig – zumindest entspricht der Bau den Vorschriften. Fotos/Montage: Karolin Hebben

So manch einer – wahrscheinlich Betroffener – fragt sich an dieser Stelle womöglich Dinge wie:

Wie kann so etwas auf längere Zeit durchgehen, ohne dass das Gebäude gesperrt wird?
Setzt die Uni wirklich meine Sicherheit und ihren Ruf auf’s Spiel?
Warum ist das ein Skandal, von dem ich höchstens durch Mundpropaganda gehört habe?
Wtf?

Zurecht.

Das ist keine abstrakte Kunst, sondern ein Abfluss in einem der Philosophischen Fakultät hauseigenem Badezimmer.
Das ist keine abstrakte Kunst, sondern ein Abfluss in einem der Philosophischen Fakultät hauseigenem Badezimmer.

Fehlalarm

Nun rudert der AStA zurück: In seinem Newsletter vom 4. Februar veröffentlicht er eine Richtigstellung samt Entschuldigung. Der „Turm zu Bebel“ sacke nicht ab und die Brandschutzmängel existieren auch nicht „in dieser Form“. Der AStA führt weiter aus, dass gerade Evakuierungsübungen durchgeführt und ausgewertet worden seien sowie der Aufzug mit einer Brandfallsteuerung ausgerüstet worden sei.
Das Gebäude müsse „bauaufsichtlich gesperrt bzw. in der aktuellen Nutzung eingeschränkt werden“, sollten Vorgaben nicht erfüllt sein.

Schön, schöner, Philosophische Fakultät. Einige Badezimmer wurden vor kurzem renoviert. Das hier nicht.
Schön, schöner, Philosophische Fakultät. Einige Badezimmer wurden vor kurzem renoviert. Das hier nicht.

Besserung in Sichtweite

Die Philosophische Fakultät zieht an den Ulmencampus – samt neuer Mensa und Bibliothek.
Für 37 Millionen Euro soll es 6000 Studierenden möglich gemacht werden, am erweiterten Ulmencampus zu studieren. Betroffen sind außerdem: Jura (Warnemünde, Lütten Klein) und Grundschulpädagogik. Land und Stadt tragen die Kosten. Das Vorhaben steht in den Startlöchern, dürfte aber noch ein paar Jahre dauern.
Entsprechend der Bibelgeschichte des „Turmbaus zu Babel“ ist der „Turmbau zu Bebel“ auch keine nützliche Methode gewesen, um Gott gleichzukommen. Zumindest nicht für die Uni, die dort nun auszieht.

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1 Comment

  1. Die Ankündigung, dass die PhilFak in den Ulmen-Campus umzieht, hab ich schon gehört, als ich 2010 noch Student war.

    Immerhin meinten die Dozenten, dass der Bebel-Tower abhörsicher ist. Weil das ja früher ein Staasi-Gebäude war…

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