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Schmetterlinge im Ohr mit Leon

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Leon und seine Klampfe. <3
Leon und seine Klampfe. <3

Rostock hat so viel zu bieten, das wir gar nicht kennen. Wir arbeiten daran, das zu ändern.
Reise-Nostalgie, Bauchgefühlerei, Improvisation: Heute stellen wir Euch jemanden vor, der zu den Secret Superstars unserer geliebten Hansestadt gezählt werden kann und einmal mehr zeigt, was hier heimlich bombe ist.
Wir stellen vor: Leon Zeug (21). Studiert Archäologie und Spanisch. Für Euch haben wir den Singer-Songwriter interviewt – wie man mit Bauchgefühlerei so ein Lied schreiben und komponieren kann, was man als Straßenmusiker verdient und was das Ganze mit dem Improtheater heute Abend zutun hat.

Bevor Ihr anfangt zu lesen, macht Euch doch diesen Song Leon Zeug – Things I used to know an, um damit die Stimmung des Interviews zu untermalen. Kopfhörer raus, wenn Ihr unterwegs seid!

StudentsStudents Rostock: Wie hast du mit Musik angefangen, Leon?
Leon
(holt tief Luft): Als ich 7 war, haben mein Bruder und ich Klavierunterricht bekommen. 7 Jahre lang zu zweit. Mit 14/15 war das aber einfach nicht mehr cool… und ich wollte mit Schulfreunden eine Band gründen und berühmt werden (Leons Mundwinkel gehen zögerlich nach oben – bis er in Lachen ausbricht). Wir haben ausgelost, wer welches Instrument spielt, und ich musste dann Schlagzeug lernen. Die Band hieß "Transistor".

(Bei unserem Interview trägt Leon ein graues Langarmshirt mit der Aufschrift "-war +music", das er in einem fremden Land während einer seiner Reisen gekauft hat.)

Wir haben vier Jahre lang auf der Schule in Warnemünde Wettbewerbe gerockt – und die ganzen Fangirls… (er lacht und krempelt sich die Ärmel hoch) wir haben alles gespielt, was in unseren Breitengraden gerade gehört wurde. American Hard Rock, Punk Rock, Metal. Auf Englisch. Ich weiß auch nicht genau, worüber gesungen wurde, ich habe die Texte noch nicht verstanden (er legt wieder ein verschmitztes Grinsen auf). Aber sie handelten wohl von Verzweiflung und solchen Dingen, wie das halt so war.

Leon zuhause beim Rumdudeln. Leon zuhause beim Rumdudeln.

StudentsStudents Rostock: Wie kamst du zur Gitarre?
Leon:
Ich bin ja mit 16 in's Ausland und da hat das mit Schlagzeug auch aufgehört. Mein Bruder hat in Australien eine E-Gitarre ohne Verstärker gefunden und begonnen, darauf rumzududeln. Bald darauf habe ich mir eine Akustik-Gitarre geholt… ist ohne Verstärker besser (Leon lacht. Er lacht im Allgemeinen sehr viel während unseres Interviews). Ich habe nie wirklich Theorie, nur Praxis gelernt. Und so habe ich mit Bauchgefühlerei gespielt.

StudentsStudents Rostock: Wie kam's, dass du jetzt sogar nebenbei mit der Musik Geld verdienst?
Leon:
Ich bin mal nach Warnemünde in einen Plattenladen und habe dem da einfach mal was vorgespielt. Mein Vater hat mich da hingeschickt – der hat mich für meine Musik gefeiert, Vadder halt (er grinst verlegen). Der vom Plattenladen hat mit mir dann gleich meine erste Studioaufnahme gemacht. Da war ich 19 und hatte von da an immer mal Auftritte auf Kulturevents, privat oder auf der Straße.

StudentsStudents Rostock: Du warst auch mal Straßenmusiker?
Leon:
Ja, ich habe mich ab und zu im Sommer in Warnemmünde auf die Mauer der Promenade gesetzt und einfach gespielt. Das war mega cool, so zum Meer hin. Alle waren entspannt drauf und meine Musik war unaufdringlich. Manchmal haben sich Leute auf ne Bank gelegt und gedöst.

Leon3

StudentsStudents Rostock: Hand auf's Herz – wie viel hast du verdient?
Leon:
Das war echt krank. An guten Tagen für zweieinhalb Stunden 150 Euro. An anderen 40 Euro.
Barfuß in Shorties… das war schön.

StudentsStudents Rostock: Und momentan?
Leon:
…spiele ich in der Blauen Boje im Strandresort Markgrafenheide jeden Freitag und Sonntag.

StudentsStudents Rostock: Wie viele eigene Songs hast du schon geschrieben?
Leon
(legt die Stirn in Falten und schaut gen Decke): So 10-12 Stück. Immer mal, wenn ne Idee kommt oder ein kreativer Abend.

StudentsStudents Rostock: Dein neuer Song „Things I used to know“ hat keinen Refrain, oder?
Leon:
Hat der keinen? Oh… stimmt. Ich mag Abwechslung. Meistens kommt’s einfach so raus, das kann ich nicht planen.

StudentsStudents Rostock: Wovon handelt er?
Leon:
Er geht darum, neue Erfahrungen auf Reisen zu sammeln – hunderte neue Erfahrungen – und ein anderes Lebensgefühl zu haben als im Alltag. Dann kommt man zurück und rutscht in alte Muster rein. Man kennt das Lebensgefühl noch, aber man fühlt es nicht mehr.

StudentsStudents Rostock: Hattest du Hilfe bei dem Song?
Leon:
Nur meinen Bruder, der mir bei der Technik geholfen hat.

„Krasse Frise“, sagt Leon über dieses Bild von sich selbst.

StudentsStudents Rostock: Was hast du mit dem Improvisationstheater zutun?
Leon:
Seit ungefähr Frühling 2015 sorge ich dort für musikalische Untermalung. Das ist verdammt cool. Es gibt keinen Plot und keine Texte – nur kleine Rahmenbedingungen vom Publikum. Das gleiche ist es mit meiner Gitarre, wie bei Filmmusik. Ich untermale mit der Musik dann die Stimmungen. Impro ist echt supergeil (er nickt ernst).

Dabei kann man gut lernen, sich von Zwängen zu befreien, aus der Rolle rauszuschlüpfen, die man denkt, die man in der Welt hat, und es trainiert und hilft für den Alltag.

StudentsStudents Rostock: Danke, Leon!

Leon ist beim Improtheater h e u t e A b e n d um 19 Uhr im Peter-Weiss-Haus zu sehen. Bei „Budder bei die Fische! Der Grand Prix der Improtalente“ wird das Improtalent 2016 gekürt.
Hier geht’s zur Veranstaltung.

Leon1

Leons Musik lässt sich gut mit Mighty Oaks, Matt Corby und William Fitzsimmons vergleichen. Aber irgendwie auch gar nicht. Hört selbst.

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